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Sunday, December 8, 2019

Der digitale Autoschlüssel im Gefrierfach

Digitale Technologie ist grossartig und hält, wie wir wissen, in immer mehr Bereichen im Alltag Einzug. Einer dieser Bereiche ist private Sicherheit. Digitale Schliessanlagen, mit denen Türen gesichert werden, die dann per Smartphone überwacht und bei Bedarf geöffnet werden können, sind ein Beispiel dafür. Ausserdem gibt es immer weniger Neuwagen, die mit einem herkömmlichen Zündschlüssel ausgeliefert werden. Das Problem ist nur: Wo digitale Technik im Einsatz ist, sind auch Hacker und andere Kriminelle nicht weit.

Eine Grafik der Polizei zeigt, wie Autos ohne Schlüssel gestohlen werden
können, wenn die Diebe die richtige Ausrüstung dazu basteln. 
Lenker von neuen Autos haben in der Regel keinen Zündschlüssel mehr in der Hosentasche - nur noch einen Schlüsselanhänger - allerdings einen digitalen, der dafür sorgt, dass das Auto gestartet werden kann und abgeschlossen ist, wenn der Fahrer auf Distanz geht. Doch diese schlüssellosen Systeme lassen sich relativ einfach überlisten. So hat der ADAC in Deutschland schon Ende Sommer einen Test unternommen, um die Sicherheit solcher Systeme zu prüfen. Das Ergebnis war nicht gut:
“Die Sicherheitslücke bei den Komfort-Schlüsseln erleichtert Dieben das Handwerk ungemein: Sie müssen sich nur mit einem kleinen Gerät in die Nähe des Auto- oder Motorradschlüssels begeben - und mit einem zweiten Gerät in die Nähe der Autotür bzw. des Motorrads. Schon werden die Reichweiten der Signale hunderte von Metern "verlängert" und das Auto lässt sich ebenso öffnen wie die Lenkerschlösser der Zweiräder. Mit allen Fahrzeugen kann weggefahren werden. Das geht auch dann, wenn der Schlüssel im Haus liegt oder der Besitzer mit Schlüssel in der Hosen- oder Jackentasche einen Biergarten besucht. Laut unseren Experten können die beiden Geräte mit geringem Aufwand selbst gebaut werden. Die Bauteile im Wert von 100 Euro gibt es in jedem Elektronik-Laden. Das Tückische an diesem Trick: Läuft der Motor einmal, bleibt er auch ohne Schlüssel allermeist so lange in Betrieb, wie Sprit im Tank ist. Wenn ein Dieb dann noch bei laufendem Motor nachtankt, kann er das gestohlene Fahrzeug problemlos auch über weite Strecken entführen…“
Die neuste Diebstahlserie von teuren Geländewagen der Marke Lexus und Toyota wurde diese Woche aus Kanada gemeldet. Hunderte dieser Luxusfahrzeuge seien mit ähnlichen Methoden gestohlen worden, melden Kanadische Medien:
Um die Fahrzeuge zu stehlen, verwenden die Diebe einen Verstärker, um das Signal des Schlüsselanhängers des Autos zu verstärken, vorausgesetzt, er befindet sich in Reichweite des Fahrzeugs. Das Signal wird dann erfasst, und das Auto kann ohne den richtigen Schlüsselanhänger gefahren werden. Die meisten der gestohlenen Fahrzeuge seien für den Weiterverkauf in Afrika und im Nahen Osten bestimmt, erklären die Behörden, was wahrscheinlich damit zu tun habe, dass dort sehr beliebte Toyota- und Lexus-Fahrzeuge am häufigsten geklaut werden...
Was rät Toyota den Besitzern solcher Fahrzeuge? Sie sollen den Schlüsselanhänger doch einfach in einen sogenannten Farady-Beutel, also eine Metallhülle, stecken. Oder selber zusätzliche Sicherheitssysteme installieren - zum Beispiel ein Alarmsystem oder ein Lenkradschloss. Einige Besitzer haben gemäss Medienberichten zumindest für Zuhause eine Lösung gefunden: Sie stecken die Schlüsselanhänger in den Mikrowellenherd oder den Gefrierschrank. Auch das sind faradaysche Käfige. Aber vielleicht wäre es ja einfacher, die Wagen von Anfang an wieder mit Zündschlüsseln auszustatten. Das würde sich allerdings auf die Gewinnmargen der Hersteller niederschlagen. Echte Schlüssel, die auf präzisionsmechanischer Basis funktionieren, sind eben um einiges teurer als digitale Systeme.

Tuesday, March 20, 2012

Oldtimers im Internet

Vor gut einem Jahr stellte das Schweizer Startup-Unternehmen Zwischengas AG das gleichnamige Internetportal ins Net, wo eine riesige Menge an Informationen über klassische Automobile angeboten werden. Das Besondere an zwischengas.com: Mehr als 250‘000 Zeitschriftenseiten, die praktisch die ganze Geschichte der Motorisierung abdecken, sind im digitalen Zwischengas-Archiv zu finden. Dazu gehört  neben den Automobil-Revue-Ausgaben (1906-1990) neu auch die ADAC Motorwelt (1903-1990).

Digitale Fundgrube für Auto-Fans: zwischengas.com
Erstmals wird damit eine derart umfangreiche Dokumentation zum Thema Oldtimers online durchsuchbar und lesbar! Das Zeitschriftenarchiv ist aber nur ein Teil von www.zwischengas.com. Die technischen Daten von über 30'000 Fahrzeugen (ab 1947) sind dort zu finden und auch die aktuellen Marktpreise zu über 30'000 Fahrzeugen verschiedenen Alters können abgefragt werden. Informationsperlen wie Fahrzeuganleitungen, historische Fotografien, Verkaufsunterlagen,  und Preislisten, bilden ein Online-Museum, wie es bisher noch nicht existiert hat. Die Inhalte werden verknüpft und können durchsucht werden.
Die Plattform, die gut gemacht und übersichtlich gestaltet ist, richtet sich natürlich vor allem an Leute mit einem Interesse an klassischen Fahrzeugen. Die digitalisierten Zeitungsausgaben lassen zum Beispiel tiefe Einblicke in die Arbeiten der Werbeindustrie vergangener Zeiten zu oder zeigen die historische Meinungsentwicklung zu verkehrspolitischen Fragen auf. Finanziert wird das Oldtimer-Webportal über Abonnementsgebühren von sogenannten Premium-Nutzern, Subskriptionen professioneller Spezialisten und Sponsorenbeiträge.
Bruno von Rotz, CEO und Chefredaktor betont, dass die Entwicklung weitergehen soll. “Wir wollen mehr Multimedia bieten, auch  alte und und sperrige Dokumente verfügbar machen, und alles auf sinnvolle Weise verknüpfen. Unsere Plattform soll für den professionellen Anwender und Spezialisten ein effektives Arbeitsinstrument sein, aber auch dem Amateur und informationshungrigen Oldtimer-Fan Spass machen."