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Friday, February 3, 2012

Wahr - oder nicht wahr?

Die Geschichte des PCs ist bereits lange genug, dass sich gewisse Tatsachen über den Umgang mit diesen Maschinen im Bewusstsein der Anwender festgesetzt haben, die als unumstösslich gelten. Aber sind sie auch wahr?

Der Bildschirm muss geschont werden – dafür sorgen Bildschirmschoner. Ohne diese Bilder, die sich auf der Monitoroberfläche bewegen, würde das Gerät beschädigt. Wahr – oder nicht wahr?
Nach dem Herunterfahren des PCs muss man warten – am besten etwa eine halbe Minute, bevor man ihn wieder einschaltet. Wahr – oder nicht wahr?
USB-Sticks müssen deaktiviert werden, bevor man sie aussteckt. Wahr – oder nicht wahr?
Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer Online Ausgabe eine Bildserie mit 10 sogenannten Computermythen publiziert, die derartigen Behauptungen auf den Grund geht. Der Artikel nimmt sich unter anderem der Sache mit den USB-Laufwerken an:

Fakt: In der Regel ist das bei Windows-Computern unnötig, wenn nicht gerade eine Datenübertragung stattfindet oder vor wenigen Sekunden beendet wurde. Allerdings können bei Linux-PCs und Macs diese Schreibvorgänge verzögert stattfinden, was beim unangekündigten Herausziehen zum Verlust der Daten führen kann.“

Monday, January 30, 2012

Macht die Informationsflut dumm?

Wir wissen es alle: Die Informationsflut ist ein Problem; oft ertrinken wir fast in der täglichen Informationsbrühe, die unter anderem dem Internet entspringt. Ein erfahrener Amerikanischer Internetspezialist hat ein Buch zum Thema geschrieben und warnt: Die Informationsflut macht uns dumm!  
Clay Johnson heisst der Autor, und sein Buch heisst: The Information Diet (Die Informationsdiät). Wie der Titel antönt, vergleicht er die Informationsgesellschaft mit der Fast-Food-Gesellschaft: Die Eine mache dick, die Andere dumm. Die Süddeutsche Zeitung hat ein einausführliches und durchaus lesenswertes Interview mit Johnson geführt. Zitat:

SZ: Wie lassen sich gute und schlechte Informationen unterscheiden?
Johnson: Oft hilft unser Instinkt bei der Einschätzung. Wenn ich während der Nachrichten nur mit dem Kopf nicke, bin ich nicht gut informiert. Wenn ich auf Gegenmeinungen stets feindselig und aggressiv reagiere, bin ich wahrscheinlich schlecht informiert. Wenn ich merke, dass mein Informationskonsum sich negativ auf Erholung, Gedächtnisleistung und Konzentration auswirkt, wird es Zeit, sich Gedanken zu machen.
SZ: Das hört sich zunächst simpel an.
Johnson: Ist es in der Theorie, praktisch erfordert das aber eine neue Definition von Bildung. Wenn sich unsere Gesellschaft im Informationszeitalter weiterentwickeln soll, bedeutet Alphabetisierung nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch die Fähigkeit zur bewussten Informationsverarbeitung. Wer in 50 Jahren die Welt der digital vernetzten Computer nicht versteht und sich in ihr orientieren kann, wird als Analphabet gelten. Ich sehe die Gefahr, dass wir weite Teile der Gesellschaft zurücklassen, wenn wir das nicht als grundsätzlichen Bildungsauftrag identifizieren.“

Johnsons Argumente betreffend bewusster Informationsverarbeitung machen als Diskussionsgrundlage durchaus Sinn. Allerdings ist es unseres Erachtens nicht ganz so einfach, “gute“ von “schlechten“ Informationen zu unterscheiden. Bietet der Tagi gesündere  Kost als die Weltwoche? Oder ist es eher umgekehrt? Oder wäre es gesünder, die beiden Blätter abwechselnd zu konsumieren, oder nur ab und zu, wie ein zu kalorienreiches Dessert?
Ideologien und Vorurteile werden bei der Auswahl der Informationsquellen für die meisten User immer eine wichtige Rolle spielen – genauso wie für die Provider solcher Inhalte. Clay Johnson zum Beispiel hat unter anderem den Internetwahlkampf von Barack Obama betreut.  Viele der damaligen Versprechen haben sich inzwischen in der harschen politischen Realität in Luft aufgelöst. Mit anderen Worten: Die damals verbreiteten Informationen waren wohl auch der Junk-Kategorie zuzuordnen. Die Frage ist nun: Entwertet das auch die Informationen, die Johnson heute verbreitet…? Wohl eher nicht, aber das Beispiel zeigt, wie schwierig es sein kann, eine gute Informationsdiät zusammenzustellen – sogar wenn man die genau Herkunft der Zutaten kennt.