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Wednesday, September 11, 2019

Die Roboter kommen - in den Einkaufsladen

Automatisierung und Roboterisierung sind nicht aufzuhalten, soviel ist klar. Weniger klar ist, welche Auswirkungen dieser Megatrend haben wird. Steigenden Renditen durch den Einsatz von Robotern steht die Befürchtung engegen, dass Millionen von Jobs verloren gehen könnten. Im Einzelhandel nimmt diese Automatisierung sehr schnell Form an: Und zwar geht es nicht nur um Selbstbedienungskassen, sondern auch um Roboter, die im Ladenlokal Personal ersetzen.
Gartner zum Beispiel sagt voraus, dass Millionen von Stellen durch den Einsatz von Robotern verloren gehen werden - der Marktforscher prognostiziert dadurch aber auch die Kreation von Millionen von (besseren) Arbeitsstellen.

Ein Roboter scannt die Waren im Regal in einer amerikani-
schen Walmart Filiale.                                     Bild Walmart
Bei Walmart, dem grössten Detailhändler der Welt, ist man auf jeden Fall davon überzeugt, dass es sich bei dieser Entwicklung um einen unaufhaltsamen Technolgietrend handelt. Deshalb plant das Unternehmen, Tausende von Robotern in fast 5‘000 seiner 11‘348 Filialen an Bord zu bringen. Laut CNN Business werden diese Roboter Böden schrubben, Kartons scannen, Lastwagen entladen und vor allem auch Lagerbestände im Ladenregal überwachen. Grundsätzlichen sollen die Maschinen schlechter qualifizierte Arbeitsplätze ersetzen, Hausmeisterfunktionen übernehmen und grundlegende Inventararbeiten durchführen. Das Ziel ist klar: Personalkosten sparen. Ein neuer Roboter-Entlader, der Kartons aus den Lieferwagen zieht und die Ware automatisch scannt und sortiert, wird  bereits an den Docks in Hunderten von Filialen eingesetzt. Dieser Roboter soll schon bald an mehr als 1‘100 Verkaufsstellen eingesetzt werden.
Walmart wird durch den grossangelegten Einsatz von Robotern, die sich zwischen den Regalen unter die Kunden mischen, zu einem Versuchslabor. Mensch und Maschine müssen aneinander vorbeikommen - wobei der Roboter dem Menschen immer Platz machen muss. Man darf davon ausgehen, dass die Roboter erst ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen - auch was ihre Kommunikationsfähigkeiten betrifft. Dass Ihr Einsatz finanziell Sinn macht, scheint für die Walmart-Manager ganz klar zu sein:
"Die Automatisierung bestimmter Aufgaben", so Walmart CEO, Doug McMillon auf CNN, "gibt den Mitarbeitern mehr Zeit, ihre Arbeit zu verrichten, die sie erfüllen, und mit den Kunden zu interagieren. Roboter sind eine Quelle für mehr Effizienz, mehr Umsatz und geringere Mitarbeiterfluktuation.“


Friday, September 29, 2017

Die Roboter-Revolution ist in vollem Gang

Roboter-Themen in den News-Medien haben sich in den letzten Jahren zu einem Dauerbrenner entwickelt. Ob Sex-Roboter oder Industrie-Roboter, die Thematik unterscheidet sich je nachdem, ob es sich bei der entsprechenden Publikation um ein Boulevard-Medium oder eine Fachzeitschrift handelt. Der Hintergrund bleibt aber der Gleiche: Die Roboter-Revolution wird die Arbeitswelt im ganz grossen Stil umkrempeln – und zwar schon in den nächsten Jahren.

Es sind immer verschiedene soziale, technische und wirtschaftliche Vorbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit eine Revolution stattfinden kann. Geburtenrückgang, immer leistungsfähigere digitale
Technik und mehr Wohlstand gehören zu diesen Voraussetzungen. Gemäss Professorin Dalia Marin trägt aber auch die Europäische Geldpolitik zur beschleunigten Roboterisierung bei:
“Die Geschwindigkeit bei der Einführung von Robotern wird derzeit durch die extrem niedrigen Zinsen unterstützt, die den Einsatz von Robotern relativ zu Arbeitskräften kostengünstiger machen.“
Die Universität von Oxford hat schon vor drei Jahren eine umfangreiche Studie veröffentlicht, in der unter die Lupe genommen wurde, welche Berufe besonders von der Roboterisierung betroffen sein werden. Es sind deren viele; die Forscher sagen voraus, dass die Hälfte aller Jobs an Maschinen gehen könnte.  Aber auch zu diesem Thema gibt es sowohl Optimisten als auch Pessimisten:
Während die einen beruhigen und erklären, dass wegbrechende Jobs durch andere Tätigkeiten ersetzt würden, warnen andere vor Arbeitslosigkeit und einer weiteren Spirale in Richtung Niedriglohnbereich und Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft. Im Rahmen dieser Diskussion taucht das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens als Sozialhilfe auf, um die Gesellschaft zu befrieden, finanziert womöglich durch eine Steuer auf Roboter oder smarte Maschinen"
Tatsächlich bringt die Roboter-Revolution auch neue Arbeitsplätze – zum Beispiel bei ABB. Wie die NZZ berichtet, wittere ABB mit Robotern gar “das grosse Geschäft“, und sei bereits einer der führenden Hersteller:
“Zur wachsenden Verbreitung trage vor allem die Vereinfachung der Programmierung und Bedienung bei, sagte Per Vegard Nerseth, Leiter der Geschäftseinheit Robotik bei ABB, im Gespräch. Unternehmen könnten heute auf einfachem Weg Roboter einsetzen, ohne, wie dies bei den Branchenriesen aus dem Automobilsektor noch immer der Fall sei, speziell dafür geschulte Programmierer zu beschäftigen. Neue, flexible Lösungen ermöglichen zudem, dass sich Roboter auch für die Herstellung kleiner Losgrössen eignen. «Sie finden heute Roboter in Bäckereien, Pizzerien oder in Betrieben, die Lunchboxen zubereiten», fügte der Robotik-Leiter von ABB hinzu. Auch ganz neue Geschäftsmodelle tauchen am Horizont auf. Die robotisierte Mini-Schuhfabrik liesse sich nach Einschätzung des ABB-Managements problemlos in Bahnhöfen, Flughäfen oder in Einkaufszentren aufstellen. Damit könnten Passanten direkt verfolgen, wie ein für sie massgeschneiderter Schuh hergestellt wird…“
Einen kleinen Trost gibt es für all jene Zeitgenossen, die daran verzweifeln, dass die digitale Technologie unser Leben zu übernehmen scheint. Zuoberst auf der Liste der durch Roboter gefährdeten Berufe stehen nämlich die Telemarketer – jene lästigen Anrufer, auf die wir gerne verzichten können. Dem Roboter, der sie ersetzten wird, können wir zumindest das Telefon auflegen, ohne dass wir seine Gefühle verletzen. 

Monday, January 4, 2016

Stimmungsmache und Propaganda: Roboter im Netz

Als ob es in den sozialen Netzwerken nicht schon genug unhöfliche, manipulative und uninformierte Teilnehmer gäbe! Nun müssen wir uns also auch noch damit abfinden, dass sogenannte “Social Bots“ unsere sozialen Netzwerke massenweise mit unsozialen Einträgen beliefern. Eine Studiengruppe an der Universität Siegen in Deutschland will dem Phänomen der gefälschten Netzwerker auf den Grund gehen und echte User in die Lage versetzen, gefälschte Einträge zu erkennen.

Was sind Social Bots und weshalb werden  sie eingesetzt? Grundsätzlich geht es darum, Stimmung zu machen, Propaganda zu verbreiten – für oder gegen etwas oder jemanden. Zitat aus der “Welt“:
“Wenn Facebook, Twitter und Co. als Spiegelbild der Gesellschaft gelten, dann besteht diese aus lauter Spinnern und Hetzern. Für die ansteigende Flut an Verschwörungstheorien und Hasskommentaren im Netz kann es aber auch eine ganz andere Erklärung geben: Sie stammen gar nicht von echten Menschen. Soziale Roboter, sogenannte Social Bots, verfassen die Texte automatisch. Gesteuert werden sie von bestimmten Interessengruppen oder Unternehmen, oder auch von der Terrororganisation IS. Das Unheimliche daran: Die Maschinen reagieren mit ihren Kommentaren und Parolen auf aktuelle Ereignisse und greifen aktiv in Debatten ein, indem sie die Texte in Foren und auf den bekanntesten sozialen Plattformen veröffentlichen.“
Doch wie kann die Internetgemeinde auf die gefälschten Social-Media-Teilnehmer reagieren? Welche Möglichkeiten gibt es, diese zu erkennen? Genau das wollen die Forscher an der Uni Siegen herausfinden, wie sie in einer Beschreibung ihres Projekts festhalten. Es gehe darum, die User von sozialen Netzwerken für die Risiken zu sensibilisieren und sie in die Lage zu versetzen, Manipulationen zu erkennen. Darüber hinaus sollen konkrete Hilfestellungen entwickelt werden, um den Selbstdatenschutz und die “forensische Kompetenz“ dieser Anwender zu stärken.
Ein hehres Ziel! Wenn man allerdings in Betracht zieht, dass die Fälscher immer besser, die Server immer leistungsstärker und die Roboter immer zahlreicher werden, darf durchaus an den Erfolgsaussichten gezweifelt werden:
"Social Bots verhalten sich wie menschliche Nutzer: Sie bekommen mit, wenn ihr Thema bei Twitter gerade hochkocht, und schreiben Texte, die sich darauf beziehen. Die Software kann mit eigenen Kommentaren auch direkt auf Tweets anderer Nutzer antworten, denen sie folgt. Denn auch dazu sind Bots in der Lage: Sie werden automatisch Follower bestimmter Nutzer", sagt Politikwissenschaftler Hegelich. Sprachlich sind die Texte von akzeptabler Qualität, sie machen nicht mehr oder weniger Fehler als menschliche Nutzer, die sich in sozialen Netzwerken äussern. Um möglichst seriös zu klingen, kopieren sie zum Teil ganze Sätze aus Lexika oder von Webseiten wissenschaftlicher Institute.“
Wenn Sie also nächstes Mal versucht sind, auf die Tirade eines Internet-Trolls zu reagieren, halten Sie sich an die alte Regel, den Troll nicht zu “füttern“ – umso mehr, als es sich dabei um einen Roboter handeln könnte!

Friday, December 4, 2015

Die Roboter kommen: Ist Ihr Beruf besonders gefährdet?

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt durch die fortschreitende Computerisierung sehen nicht grossartig aus: Fast die Hälfte aller Beschäftigten muss damit rechnen, dass ihre Jobs mittelfristig durch Maschinen erledigt werden. Nach einer Analyse des Unternehmensberaters A.T. Kearney  sind in den nächsten 20 Jahren 318 und damit ein Viertel aller Jobprofile einem hohen Automatisierungsrisiko für die nächsten zwei Dekaden ausgesetzt. Der mögliche Effekt für den Arbeitsmarkt ist drastisch, weil in diesen Bereichen fast die Hälfte der Arbeitnehmer tätig ist.

Die Studie ist auf den deutschen Arbeitsmarkt ausgereichtet, aber auch für die Schweiz von Interesse. 45 Prozent aller Beschäftigten könnten gemäss der Analyse in den nächsten 20 Jahren von einer Automatisierung betroffen sein. Allerdings, so stellen die Verfasser der Studie in einer Mitteilung fest, entfällt auch ein Beruf mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit nicht unbedingt vollständig.
Die Berechnungen von A.T. Kearney orientieren sich an Forschungsergebnissen der beiden Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael Osborne von der Oxford University, die 2013 anhand der zu erwartenden technologischen Entwicklung und heutiger beruflicher Tätigkeitsprofile die Wahrscheinlichkeit der Automatisierung von über 700 Berufen bestimmt haben. Berufe mit einer Automatisierungswahrscheinlichkeit von über 70 Prozent werden als gefährdet betrachtet.
Zu den zehn Berufen, die am meisten durch Automatisierung gefährdet sind (siehe nebenstehende Tabelle), gehören Büro- und Sekretariatstätigkeiten, Berufe in Verkauf und Gastronomie oder kaufmännischer und technischer Betriebswirtschaft. Auch Köche und Bankkaufleute sind bedroht.
Die Top zehn der nicht bedrohten Berufe betreffen vor allem Branchen, in denen Empathie oder emotionale Intelligenz gefordert sind -in der Pflege, Erziehung und Sozialarbeit oder auch bei Führungsaufgaben und in Forschung und Lehre. Nicht überraschend ist, dass auch viele MINT-Berufe  (in den Fachgebieten Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) als Roboter-resistent gelten.

Zum Vergrössern bitte anklicken.                                        Quelle A.T. Kearney
"Es macht keinen Sinn, rasant wandelnden Jobprofilen nachzutrauern", sagt Volker Lang, verantwortlich für die Studie "Wie werden wir morgen leben?" und Partner bei A.T. Kearney. "Bei der Einführung der Eisenbahn hieß es, jetzt seien Kutscher und Droschkenfahrer bedroht. Doch tatsächlich haben technologische Innovationen und Strukturwandel bisher auch neue Jobs und Wohlstand mit sich gebracht. So wird auch die fortschreitende Automatisierung neue Optionen eröffnen, die zu neuen Tätigkeitsfeldern mit Wachstumspotential führen werden."