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Sunday, June 30, 2019

Geld aus der Firmenkasse für kriminelle Erpresser?

Man sollte Kriminelle im Allgemeinen und Erpresser im Besonderen nicht bezahlen, weil das deren Geschäft nur weiter ankurbelt. Diese Regel ist nicht immer einfach zu befolgen, wenn es um Ransomware-Attacken geht. Manchmal ist die Zahlung eines Lösegelds das beste Mittel, um eine Organisation am Laufen zu halten.

Ransomware: Gute Vorbereitung ist entscheidend.                          Bild Pixabay
Diese These wurde kürzlich in einem aktuellen Forschungsbericht von Forrester Research dargelegt. Die Zahlung von Lösegeldern für erpresserische Forderungen, die durch Ransomware ausgelöst wurden, sei durchaus eine praktikable Option. Manager sollten bei der Entscheidungsfindung genauso vorgehen, wie bei anderen
Geschäftsentscheidungen, schreiben die Autoren. Tatsächlich gibt es immer mehr Organisationen, die genau diesen Weg gehen; zwei aktuelle Fälle sind die Städte Lake City und Riviera City in Florida. Ransomware gibt es aber nicht nur in den USA; auch in der Schweiz passieren derartige Angriffe. Allerdings empfehlen die Behörden, nicht auf solche Forderungen einzugehen, wie die NZZ berichtet:
“Offiziell rät die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) des Bundes dringend davon ab, Lösegeld zu bezahlen. Damit unterstütze man nicht nur Kriminelle und ermögliche es diesen, ihre Infrastruktur auszubauen und weitere Opfer zu erpressen. Es gebe darüber hinaus keine Garantie dafür, dass die Angreifer wie versprochen die Schlüssel für die Dekodierung der Dateien lieferten. Aus der Perspektive der Allgemeinheit mag diese Mahnung überzeugen. Gingen die Urheber der Schadsoftware stets leer aus, lohnte sich deren Mühe nicht mehr. Damit verschwänden zumindest jene Angreifer von der Bildfläche, die von finanziellen Motiven getrieben sind. Doch für betroffene Firmen hat das eigene Wohl Vorrang, nicht Generalprävention. Sind die Dateien einmal blockiert, kann sich eine «Investition» in eine Lösegeldzahlung durchaus lohnen. Denn die Verschlüsselung lässt sich – wenn überhaupt – oftmals nur mit beträchtlichem Aufwand knacken. Im Vergleich dazu kann die als Lösegeld geforderte Summe gering erscheinen…“
Auch die Experten bei Forrester vertreten die Meinung, dass sich das Zahlen von Lösegeld lohnen kann. Schliesslich könne es sehr teuer werden, wenn Ransomware die Aktivitäten eines Unternehmens für Tage oder gar Wochen blockiert. So schreiben die  Forrester-Analysten Josh Zelonis und Trevor Lyness in ihrem Forschungsbericht:
“Wir empfehlen, dass Sie, selbst wenn Sie das Lösegeld nicht bezahlen, es zumindest als eine praktikable Option betrachten sollten. Der durchschnittliche Ransomware-Angriff dauert 7,3 Tage, und währenddessen kommt der tägliche Geschäftsbetrieb zum Stillstand, und Sie werden feststellen, dass Ihr Unternehmen neue Wege finden muss, um seine Kernaufgaben zu erfüllen, was jeden einzelnen Mitarbeiter belastet. Dieses Problem ist kompliziert, sogar wenn Sie über gute Backups verfügen, die den Angriff überlebt haben. Viele Unternehmen unterschätzen das Ausmass der möglichen Störungen, für die sie planen müssen, oder sind zu optimistisch, welche Funktionalität nach einem Angriff weiterhin bestehen wird.“
Die Analysten halten fest, dass Ransomware-Akteure manchmal sogar offen für Rabatte sein könnten. Auf jeden Fall müssen Unternehmen bereit sein für den Fall einer Attacke. Dazu gehören Investitionen in Cybersicherheit, eine entsprechende Versicherung sowie die Fähigkeit, nach dem Backup hundertprozentig wieder herstellen zu können. Es schadet auch  nicht, wenn Unternehmen wissen, wie sie Kryptowährung kaufen und anwenden können. Lösegeld wird nämlich meistens in Bitcoin bezahlt.

Sunday, October 13, 2013

Mobile Anwendungen: Es kommen massive Veränderungen

Mobile Anwendungen sind es, welche die digitale Gesellschaft der Zukunft definieren werden - daran gibt es kein Zweifel. Noch wissen wir nicht, wie die Applikationen der Zukunft aussehen werden, aber tausende von Entwicklern weltweit müssen sich jetzt schon mit dieser Frage befassen. Schliesslich gibt inzwischen mehr als eine Milliarde Smartphones und ein paar hundert Millionen Tablets - und es werden weltweit täglich mehr Geräte aktiviert, als Kinder geboren werden.

Apps im Android-Store: Die rasante technische Entwicklung mobiler
Kommunikationstechnik stellt grosse Herausforderungen an die Entwickler.
Etwa 150mal checkt ein durchschnittlicher Smartphone-User sein Gerät jeden Tag. Und dieses Gerät hat im Schnitt 41 Apps, auf die der Eigentümer regelmässig zugreift. Apps sind also ein riesiges Anwendungsgebiet und natürlich auch ein riesiges globales Geschäft. Kein Wunder, dass sich die Entwickler rechtzeitig über die technologischen Änderungen, die in der mobilen Kommunikation anstehen, informieren wollen. Forrester Research befasst sich eingehend mit diesem Thema und hat schon verschiedene Reports darüber publiziert. Ein Bericht von zwei dieser Autoren, Jeffrey Hammond und Julie Ask, wurde nun von der Computerwoche publiziertund enthält einige interessante Erkenntnisse - auch für Leser, die keine Mobile-Apps entwickeln.
Die Autoren halten zum Beispiel fest, dass neue Prozessvarianten und eine voranschreitende Sensortechnik Konsequenzen für die Benutzung der mobilen Geräte hat. Das mobile Umfeld biete immer mehr Möglichkeiten und verändere sich immer schneller. Die Verfasser rechnen mit den folgenden vier wichtigen zukünftigen Entwicklungen im mobilen Sektor:
  • “Was heute megacool ist und an der Speerspitze der technologischen Entwicklung steht, wird schnell zum Gemeingut. Technische Features, die sich derzeit nur in Highend-Smartphones finden, werden bald auf ganz normalen Handys verfügbar sein, denn die Kosten der Komponenten sinken infolge von Kundennachfrage und Mengenvorteilen. 
  • Neuartige Sensoren werden weit mehr als bisher über die Umgebung der Anwender verraten. Barometer, Mikrobolometer (Strahlungsmesser) und chemische Messinstrumente finden ihren Weg in die Telefone, sobald es Business Cases für diese Art von Informationen gibt.
  • Bewegung, Stimme und Berührung werden den Begriff Anwenderschnittstelle neu definieren. Eine Kombination von verbesserter Display-Technik und vereinfachten Entwicklungswerkzeugen für Bewegungssensoren verändert die Kontrolle der Mobiltelefone - von der Berührung zur Bewegungs- und Stimmsteuerung. 
  • Pfeilschnelle Multicore-Prozessoren werden die Antwortzeiten stark verkürzen. Noch mächtigere Mikroprozessoren, noch schnellere Grafikbeschleuniger und ständig mehr Arbeitsspeicher werden den Durchsatz der Mobilgeräte immer weiter steigern.“

Mit anderen Worten: Ihr Smartphone und all die Apps, die Sie darauf installiert haben, stehen erst am Anfang einer sehr schnellen und extrem interessanten Entwicklung. Niemand weiss, wie es genau weitergehen wird - zum Beispiel ob das Smartphone der Zukunft wirklich wie eine Brille oder eher wie eine Armbanduhr aussehen wird. Eines ist aber sicher. Ihr iPhone oder Galaxy-Smartphone wird in wenigen Jahren bereits wieder obsolet sein…