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Wednesday, February 28, 2018

Lithium-Akkus im Flugzeug: vor der Katastrophe?

Wir haben kürzlich darüber berichtet, dass Lithium Akkus im wahrsten Sinne des Wortes “brandgefährlich“ sind. Ein Video, das dieser Tage seinen Weg durchs Internet macht, zeigt dies auf drastische Art und Weise (siehe unten). Das Problem: Weil wir alle immer mehr Lithium-Akkus verwenden und die Mobilität der Bevölkerung dazu führt, dass sich dieser Trend noch verstärkt, scheinen wir alle die Problematik mehr oder weniger auszublenden. Man wagt sich allerdings nicht vorzustellen, was passieren wird, sollte ein solcher Akku im Laderaum eines Flugzeuges Feuer fangen. 

Akku-Brandfälle gibt es genug; oft laufen sie glimpflich ab: Ein iPhone beginnt im Apple-Store in Zürich zu brennen, der Laden wird evakuiert; Samsung zieht seine Smartphones des Tips Galaxy Note 7 wieder aus dem Verkehr, weil die Akkus feuergefährlich sind;  Lenovo ruft 78‘000 ThinkPad Carbon X1 Laptops zurück, weil befürchtet wird, dass die Batterien Brände auslösen könnten. Fälle, wo es wirklich brennt, gibt es auch: Ein Farmhaus im kanadischen Langley fängt Feuer, brennt ab und endet mit Totalschaden. Die Feuerwehr eruiert den Brandherd als ein iPhone, das wahrscheinlich beim Laden Feuer fing - glücklicherweise nicht nachts, als die Bewohner schliefen.  
Wirklich gefährlich wird es, wenn die Batterien elektronischer Geräte im Flugzeug zu brennen anfangen. Im Falle eines Flugzeuges der China Southern Airlines hatten die Flugzeugpassagiere Glück: Die Batterie im Gepäckfach über den Sitzen fing plötzlich lichterloh zu brennen an - glücklicherweise, einige Minuten vor dem Start der Maschine. Das Feuer konnte mit einigen Flaschen Wasser und Fruchtsaft gelöscht werden, wie das Video zeigt. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn die Batterie in einem Koffer im Laderaum des Jets nach dem Start Feuer gefangen hätte.
Tatsächlich gibt es immer mehr ähnliche Vorfälle. Im Januar musste ein Russisches Flugzeug nach einem ähnlichen Vorfall evakuiert werden. Ein weiterer Vorfall dieser Art ereignete sich kürzlich in Denver - allerdings noch am Flughafen. In diesem Fall war es die Batterie in einer elektronischen Zigarette die auf dem Fliessband explosionsartig zu brennen anfing, wie ein Überwachungsvideo zeigt. Auf einem Flug von China nach Australien verletzte sich ein Frau, weil der Akku in ihrem Kopfhörer plötzlich Feuer fing.

Es ist anzunehmen, dass es mit immer mehr Akkus auch mehr Brände geben wird. Und es ist zu hoffen, dass dieser beängstigende Trend nicht zu einer Katastrophe führen wird. 

Nachtrag: Nur einen Tag nachdem wir den obigen Text publiziert haben, ist in Toronto, Kanada in einer vollbesetzten Boeing 787 ein LG Smartphone in Flammen aufgegangen - auch in diesem Fall, kurz vor dem Start. Das Feuer wurde von der Besatzung gelöscht, eine Frau wurde verletzt. Der Flug startete mit zwei Stunden Verspätung nach Vancouver.

Thursday, October 6, 2016

Ein ganz heisses Smartphone

Man darf wohl sagen, dass die neuen Samsung Galaxy Note 7 Smartphones ganz heiss sind – in vielen Fällen ganz klar zu heiss. Auch für die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen.

Das Samsung Galaxy Note 7 ist zu heiss und deshalb auf vielen
Kreuzfahrtschiffen verboten.                                                  Bild EW
Der letzte Fall hätte ganz bös enden können: Ein Passagierflugzeug mit 75 Menschen an Bord musste in den USA evakuiert werden, nachdem ein Samsung Galaxy Note 7 Smartphone die Maschine mit Rauch füllte. Immerhin verlief die Evakuation ohne Schwierigkeiten – nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn der Flieger schon in der Luft gewesen wäre.
Dieser Vorfall ist darum besonders schlecht für Samsung, weil es sich allem Anschein nach nicht um eines der ursprünglich zu heiss werdenden Handys handelt, sondern um ein Ersatzmodell. Samsung hatte ja bereits Millionen der Smartphones zurückgerufen und ausgetauscht – in einer eigentlich vorbildlichen und sehr, sehr teuren Aktion, die jetzt noch viel teurer werden könnte.
Falls sich bestätigen sollte, dass es sich beim Smartphone, das auf dem Flugplatz von Kentucky Rauch entwickelte, tatsächlich um eines der ausgetauschten Geräte handelt, hätte Samsung ein riesiges Problem. Tatsächlich ist das Image der Geräte jetzt schon schwer angeschlagen. So schwer, dass bereits viele Kreuzfahrt-Unternehmen ihren Passagier verbieten, die Handys auf ihren Schiffen überhaupt einzuschalten. Gemäss  einem Artikel des “Telegraph“ ist es eine ganze Reihe von Reedereien, die zu dieser Massnahme gegriffen hat, wie Cunard, Holland America Line, Princess Cruises, Seabourn, P&O Cruises, Costa Cruises und Fathom, sowie Royal Caribbean International, Azamara Club Cruises, Thomson Cruises, Windstar und Disney Cruise Line.
Wie das Verbot durchgesetzt werden soll, haben die Kreuzfahrt-Unternehmen nicht erklärt.
Tatsächlich ist nicht nur besorgniserregend, dass auch die ausgetauschten Samsung-Geräte nicht sicher sein sollen – erstaunlich ist auch, dass die allermeisten der gefährdeten Handys immer noch benutzt werden. In den USA, wo rund eine Million der Geräte verkauft worden sind, wurden bis Ende September nur 130‘000 umgetauscht, obwohl fast 100 Fälle von überhitzten oder explodierenden Batterien registriert wurden.
Zumindest war der letzte Vorfall im Flugzeug auf dem Fluplatz von Louisville keine Explosion. Das Smartphone habe zwar Rauch entwickelt, Flammen seien aber nicht entstanden. “Der Teppich im Flieger wurde ein bisschen verschmort“, erklärte eine Sprecherin der Fluggesellschaft.
Immerhin…