Tuesday, June 29, 2021

Ein neues Handy – das nicht mehr ganz neu ist

Wer sein Smartphone ersetzen will, muss nicht immer bei den neusten Modellen shoppen. Es gibt gebrauchte Handys – die in der Regel rundum erneuert sind, oder aber die Modelle des letzten Jahres. Wer sich umschaut, kann viel Geld sparen. Das macht auch Sinn für die Umwelt.

Gebrauchte Smartphones wie neu - sind viel billiger als die brandneuen Produkte.
                                                                                                                  Screengrab M-Budget-Mobile
Das neuste Apple Smartphone für zweihundert Franken weniger? Oder das letztjährige Modell von Samsung zu einem Preis, der im letzten Jahr noch undenkbar gewesen wäre. Die Möglichkeiten, die einem Handy-Shopper offenstehen, sind beinahe unbegrenzt. Der Stern hat jetzt in einem ausführlichen Artikel dargelegt, worauf bei derartigen Einkäufen zu achten ist. Zum Beispiel :

“ Wenn Sie sich für ein Handy entschieden und bestellt haben, sollten Sie es am Tag der Lieferung ausgiebig untersuchen. Checken Sie das Betriebssystem (die Version) und die Garantie. Wenn Sie jetzt schon erste optische Mängel entdecken, die im Vorfeld nicht preisgegeben wurden, muss das Gerät umgehend zurückgeschickt werden. 
Generalüberholte Handys werden teilweise bis zu 70 Prozent billiger angeboten. Seien Sie sich darüber im Klaren: je günstiger der Preis, desto schlechter der Zustand. Experten zur Folge können gebrauchte Smartphones, die fast neuwertig sind, nicht mehr als 20 Prozent günstiger im Verkauf sein. Sonst würde der Händler nichts daran verdienen…“

Beim Kauf eines gebrauchten Smartphones ist es ausserdem wichtig, zu wissen, welche Teile ersetzt wurden und ob sie durch Original-Ersatzteile ersetzt wurden. Gerade beim Bildschirm oder beim Akku kann das eine wichtige Rolle spielen.

In der Schweiz gibt es verschiedene Anbieter, die gebrauchte Smartphones auffrischen und wiederverkaufen. Sind sind leicht mit Google zu finden. Darunter sind neben kleineren Anbietern auch bekannte  Namen wie Apple und die Migros. M-Budget Mobile bietet zum Beispiel 1 Jahr Garantie und neues Zubehör. Geliefert wird kostenlos.

Gemäss Schätzungen von Studien und Branchenexperten nutzen Schweizerinnen und Schweizer ihre Smartphones nur zwei bis drei Jahre. Auch das spricht dafür, gebrauchte Geräte nicht wegzuwerfen, sondern wiederzuverwenden. Denn:

“In einem Handy stecken 60 verschiedene Rohstoffe, darunter Metalle wie Kupfer oder Aluminium sowie seltene Stoffe wie Coltan oder Gold. Um an sie zu gelangen, werden Lebensräume zerstört, Urwälder gerodet, Berge gesprengt und Arbeiter ausgebeutet. In Kongo, in Indonesien oder in der Dominikanischen Republik…“ (Luzerner Zeitung)

Saturday, June 26, 2021

Microsoft ist mehr als 2'000'000'000'000 Dollar wert

Cloud Computing ist ein enorm schnell wachsendes und auch rentables Geschäft – und Microsoft ist ganz vorne mit dabei, mit der Azure Cloud. Das hat sich für das Unternehmen und die Aktionäre gelohnt: Microsoft ist seit letzter Woche das zweite US-Unternehmen, das mehr als 2 Billionen Dollar wert ist. Damit hat das Unternehmen Amazon im Rennen um die Börsenkapitalisierung geschlagen und ist jetzt das zweite Mitglied in einem Club, der bisher nur Apple als Mitglied hatte.

Azure, der Cloud-Service von Microsoft: Die Cloud hilft Microsoft beim
Wachstum.                                                     Screengrab Microsoft Azure
2 Billionen sind 2000 Milliarden – eine Zahl mit 12 Nullen also. Analysten führen den steigenden Wert von Microsoft darauf zurück, dass die von der Corona-Pandemie ausgelösten Änderungen im Geschäftsleben, dem Unternehmen grossen Nutzen bringen. Hybride Arbeitsplätze und Homeoffice funktionieren nur mit der Cloud – und da ist Microsoft marktführend.  Auch wenn jetzt viele Angestellte ins Geschäft zurückkehren, darf Microsoft Chef Satya Nadella wohl mit einer anhaltend erhöhten Nachfrage nach seinen Software-Suiten Office 365 und Teams und auch für die Azure Cloud rechnen.Auch Amazon ist mit AWS (Amazon Web Services) im Cloud-Geschäft und profitierte dort, aber natürlich vor allem im Versandhandel, massiv von Corona. Das hilft beim Umsatzwachstum und wird dazu führen, dass das Unternehmen auch bald einen Marktwert von zwei Billionen US-Dollar erreichen wird.
Apple erreichte die 2 Billionen Dollar erstmals am 20. August 2020. Es war die steigende Nachfrage nach Smartphones, die Apples Wert von einer Billion am 2. August 2018 auf 2 Billionen Dollar in 749 Tagen möglich machte.
Bei Microsoft ging es ein paar Tage länger: Es dauerte nur 786 Tage, um von 1 Billion Dollar am 30. April 2019 auf 2 Billionen Dollar am 24. Juni 2021 zu wachsen. Microsoft erreichte die 2-Billionen-Marke nur 308 Kalendertage nach Apple?

Wenn die Prognosen der Experten richtig sind, wird Amazon die 2-Billionen-Marke in weniger als 360 Tagen erreichen. Amazon war am 5. Februar 2020 zum ersten Mal mehr als 1 Billion Dollar wert.


Tuesday, June 22, 2021

Shopping: Nach der Umsatzsteigerung der Konsum-Boom

Eigentlich überrascht es ja nicht, dass viele Online-Händler während der Covid-Pandemie ihre Umsätze vergrössert haben. Shopping scheint ein Mittel zu sein, um die Langeweile zu vertreiben. Nun wurden die Konsequenzen der Pandemie auf den Handel auch wissenschaftlich untersucht.  Gesamthaft gesehen hat Covid-19 den Konsumgüterhandel in der Schweiz auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Nach der Pandemie erwarten Wirtschaftsexperten einen regelrechten Boom.

Graphik: KOF

Gemäss Commerce Report Schweiz profitierte der Detailhandel von einer erhöhten Ausgabebereitschaft und vom Rückgang des Einkaufstourismus. Der Lebensmittel- sowie der Onlinehandel gehen als Gewinner aus dieser Krise hervor. Der Schweizer Detailhandel schloss das Jahr 2020 mit einem Umsatzplus von 2.2 Prozent ab und erzielte damit ein besseres Ergebnis als die Jahre zuvor. Dass die ungewohnte Situation so gut gemeistert werden konnte, sei zu einem grossen Teil den Mitarbeitenden zu verdanken. Laut Umfrage waren sie bereit, von heute auf morgen neue Aufgaben zu übernehmen, taten in neuen Situationen oft gleich das Richtige und lernten schnell dazu. Kontaktbeschränkungen, geschlossene Schulen und Homeoffice-Pflicht machten das Zuhause zum neuen Lebensmittelpunkt. Die Branchen Heimelektronik und Home & Living erlebten deshalb eine Hochkonjunktur. Auch das tägliche Kochen wurde neu entdeckt. Hier war laut Studienteilnehmern Qualität wichtiger als der günstigste Preis, wovon vor allem örtliche Supermärkte und Quartierläden profitierten.

Auch wenn sich der stationäre Detailhandel agil zeigte, lag der E-Commerce für Konsumgüter wieder einmal weit vorn und konnte mit 25 Prozent dreimal so stark wachsen wie in den Jahren zuvor. Die meisten Studienteilnehmer gehen davon aus, dass sich das Niveau der Onlineumsätze auch nach einer Normalisierung des öffentlichen Lebens hält. Dementsprechend haben viele Unternehmen ihre Handlungsschwerpunkte verschoben und bauen ihre digitalen Angebote aus. 

Die Konsumgüterbranche blickt optimistisch in die Zukunft. Laut Studie wird die Konsumstimmung für das laufende Jahr optimistisch eingeschätzt. Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Konsumenten nach der Pandemie ihr gespartes Geld gerne ausgeben werden. Auch andere sind sehr optimistisch. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH-Zürich sagt sogar einen veritablen Konsumboom voraus! 


Friday, June 18, 2021

Covid und die Share Economy: Was passiert mit Uber?

Uber, der Taxiservice, den Millennials am liebsten benutzen, hat ein Problem – und zwar dort, wo es bis jetzt am besten gelaufen ist. Die amerikanischen Medien sind voll von Stories über die Uber-Krise: Gestiegene Wartezeiten, Fahrermangel und exorbitant hohe Preise, welche die Kunden verprellen. Oft ist gar kein Uber-Fahrer verfügbar, wenn man in brauchen würde.

Uber sucht Fahrer - die Pandemie treibt die Verluste nach oben.  Screengrab uber.com

 Das die Uber-Preise gestiegen sind, ist unbestritten – allein im April dieses Jahres war eine Fahrt 40 Prozent teurer als noch 2020. In einigen Fällen haben sich die Preise sogar verdoppelt. Das Los Angeles Magazin berichtet, dass eine Fahrt vom Stadtzentrum von Los Angeles zum Flughafen von Los Angeles, die normalerweise 40 bis 50 Dollar kosten würde, jetzt zwischen 100 und 120 Dollar kostet. Und ein Uber-Kunde wird in den Medien zitiert, dessen Fahrt von Midtown New York zum John F. Kennedy Airport 249 Dollar kostete – gerade mal 13 Dollar weniger als sein Flug nach San Francisco. Die Misere geht soweit, dass die Washington Post ihren Lesern empfiehlt, Taxi zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen…  Ride-sharing wie in alten Zeiten! Im Gegensatz zu Uber boomt das Geschäft für Taxis in den mit der abklingenden Pandemie wieder erwachenden amerikanischen Grossstädten. Die Taxi-Umsätze in New York City stiegen gemäss der städtischen Taxikommission im April um 800 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Uber-Fahrten nur um 220 Prozent zunahmen. 
Diese Diskrepanz zwischen Uber und Taxis zeigt, dass eine der Stärken des Uber-Geschäftsmodells auch eine grosse Schwäche ist: Es ist schwieriger, Arbeiter zu halten, die keine Vollzeitangestellten sind. Und die Pandemie, mit den grosszügigen finanziellen  Ausschüttungen der Regierung Biden hat dies nur noch schwieriger gemacht. Vielerorts wird nämlich mehr an Arbeitslosengeld ausbezahlt, als Uber-Fahrer verdienen, was Arbeiten nicht mehr ganz so attraktiv erscheinen lässt. Uber hat seit seiner Gründung im Jahr 2009 noch nie Gewinn gemacht. Im Jahr 2020 beliefen sich die Nettoverluste auf 6,77 Milliarden Dollar, was das Unternehmen mit der Corona- Pandemie begründet. Allerdings sah es 2019 noch schlechter aus: 8,51 Milliarden Verlust wurden damals verbucht. Trotzdem steht die Aktie immer noch bei rund 50 Dollar (im Mai 2019, beim IPO waren es am Ende des ersten Handelstages 41 Dollar gewesen). Das Unternehmen subventioniert seine Fahrten mit Milliarden von Investorengeldern, in der Hoffnung, dass die niedrigen Preise den Dienst etablieren, bis die Verbraucher bereit sind, für die wahren Kosten einer Fahrt zu zahlen. Diese sind viel höher, als die Fahrpreise. Gemäss Reuters bezahlen Uber-Passagiere nur gut 40 Prozent der tatsächlichen Kosten. Ausserdem laufen in verschiedenen Ländern Bemühungen, bessere Arbeitsbedingungen für Uber-Chauffeure zu schaffen, was die Rentabilität weiter senkt.

Es wird interessant zu sehen sein, wie es mit Uber nach der Pandemie  weitergeht. Die Investoren scheinen jedenfalls immer noch daran zu glauben, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist. Die Börsenbewertung des Unternehmens liegt gegenwärtig bei rund 93 Milliarden US-Dollar.

Wednesday, June 16, 2021

Mit KI und ohne Kapitän über den Atlantik

Jetzt ist es also unterwegs, das autonome Schiff Mayflower (MAS400), das von KI gesteuert den Atlantik überqueren will um die die Vereinigten Staaten zu erreichen. Alles im Dienste der Wissenschaft.

 

Das Forschungsschiff hat keinen menschlichen Kapitän und keine Besatzung an Bord. Es nutzt IBMs Technologien für Automatisierung, KI und Edge Computing, um seinen Status, seine Umgebung und seine Mission zu bewerten und Entscheidungen über das weitere Vorgehen auf See zu treffen. Menschen aus aller Welt können den Fortschritt des Schiffes über das Missions-Dashboard hier verfolgen, das Live-Video, Karten und Daten-Streaming beinhaltet. Die Reise über den Atlantik wird voraussichtlich etwa drei Wochen dauern. Wenn die Mission erfolgreich verläuft, wird das Schiff voraussichtlich in Provincetown, MA, landen und dann seinen Weg zum US-Hafen Plymouth antreten. Die bahnbrechende Mission ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und einer globalen Zusammenarbeit zwischen der gemeinnützigen Meeresforschungsorganisation ProMare, IBM und Dutzenden von Partnern aus Industrie und Wissenschaft. MAS400 wurde entwickelt, um eine kosteneffiziente und flexible Plattform für die Sammlung von Daten über den Ozean zu schaffen. Eines der wissenschaftlichen Geräte auf der MAS ist Hypertaste - eine "elektronische Zunge", die von IBM Research entwickelt wurde.

Das Projekt zielt darauf ab, die Entwicklung von vollständig autonomen KI-Systemen und -Anwendungen für den Einsatz in einer Vielzahl Industrien zu unterstützen.

Durch die Kombination der IBM PowerAI Vision-Technologie mit beschleunigten IBM Power Systems-Servern (dieselbe Technologie, die auch in den leistungsstärksten Supercomputern der Welt zum Einsatz kommt) unterstützt IBM ProMare bei der Erstellung von Deep-Learning-Modellen, die in der Lage sind, Navigationsgefahren zu erkennen, die in den On-Board-Videokameras von MAS zu sehen sind. MAS wurde mit realen Daten und Bildern aus dem Plymouth Sound in Großbritannien trainiert und ist in der Lage, Gefahren wie Bojen, Trümmer und andere Schiffe zu erkennen. Dank RADAR, AIS (Automated Identification Systems) und LIDAR - der gleichen Technologie, die auch in autonomen Autos verwendet wird - hat MAS ein ständiges Situationsbewusstsein. Wenn eine Gefahr erkannt wird, nutzt MAS die IBM Software Operational Decision Manager, um autonom zu entscheiden, ob es den Kurs ändern oder im Notfall ausweichen soll, indem es zusätzlichen Strom aus dem bordeigenen Notstromgenerator bezieht. Durch die Zusammenführung von Daten aus Seekarten, Sensoren und Wettervorhersagen wird MAS in der Lage sein, den optimalen Weg und die optimale Geschwindigkeit für die Atlantiküberquerung zu bestimmen. Der Rumpf des autonomen Schiffs wurde in Danzig, Polen, von Aluship Technology gebaut und ausgestattet.

Sunday, June 13, 2021

Der Fussball profitiert vom Kryptowährungsboom

 Die Euro 2020 hält viele Fussballfans im Bann, und einige von ihnen investieren ihr hart verdientes Geld in sogenannte Fan Tokens mit denen sie sich spezielle Materialien und Dienstleistungen von ihrem Fussballklub erkaufen.


YB bietet den Fans eigene Tokens an.        Logo Wikipedia Commons
Fan Tokens (und Coins) sind Kryptowährungen – und es gibt inzwischen eine ganze Reihe davon. Sie sind weniger dafür geeignet, damit zu spekulieren, als an spezielle Klub-Dienstleistungen zu kommen. Für die Klubs, die solche virtuelle Fan Token in Umlauf bringen, lohnt sich das Geschäftsmodell. Sie können damit Geld verdienen. Wolverhampton, Barcelona und die Argentinische Nationalmannschaft sind gerade dabei, auch auf diesen Zug aufzuspringen. Und da eine gute Idee immer gerne kopiert wird, bleibt es natürlich nicht beim Fussball: Auch das Sauber Racing Team hat im Mai eine Million Fan Tokens in Umlauf gebracht.  In der Schweiz sind es die Berner Young Boys, die ihre eigene Fan-Währung haben. Wie funktioniert das genau?

“Die Währung der Fussballclubs unterscheidet sich dadurch vom Bitcoin, dass man damit nicht direkt bezahlen kann. Als Fan erhält man gewisse Gegenleistungen – bei YB darf man beispielsweise an exklusiven Umfragen teilnehmen, so konnte man zum Beispiel mitbestimmen, welches Design die Meistershirts hatten. Von YB ist aktuell eine Million Token verfügbar. Wie viele davon verkauft wurden und zu welchem Preis, das hält YB geheim. Aber: Anfangs wurden sie für zwei Franken das Stück verkauft, der Wert variierte zwischen bis zu sechs Franken. Mittlerweile ist er zwischen 1.50 und zwei Franken wert. Verkauft wurden sicher mehr als 100'000 Token…“  (srf.ch)

Den Klubverantwortlichen bei YB geht es wahrscheinlich nicht so sehr ums grosse Geld – das wäre eher schwierig. Daniel Marti, der Marktingkleiter bei YB betont, dass es um die Identifikation mit dem Klub gehe. “Wenn sich ein Fan mit einem Klub identifizieren kann, kauft er gerne Tickets, Abos, eine YB-Wurst oder eben einen Fan-Token.“ Das Risiko sei klein: «Die meisten kaufen sich nur paar wenige Token.»

Was ist übrigens der Unterschied zwischen einem Token und einem Coin? Eine ausführliche Definition findet sich hier (in Englisch).

So oder so zeigt die plötzliche Popularität von Kryptowährungen im Sport, wie schnell sich digitale Trends ausbreiten. Bleibt abzuwarten, wie der gegenwärtige Negativtrend von Bitcoin und Co. sich auf diese Entwicklung auswirken wird.


Monday, June 7, 2021

KI kommt ins Hamburger-Restaurant

KI hält Einzug im Burger-Business: McDonalds rüstet zehn Filialen in Chicago mit Computern aus, die Bestellungen der Kunden entgegennehmen und in die Küche weiterreichen. Das System funktioniert noch nicht hundertprozentig, man darf aber davon ausgehen, dass sich der Trend zu KI und allgemeiner Automatisierung im Fastfood-Geschäft nicht verlangsamen, sondern beschleunigen wird.

Automatisierung scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.                           pixabay.com
Die Screens, auf denen die McDonald’s Kunden ihre Bestellungen eingeben können, sind schon länger im Einsatz – waren allerdings während der Covid-Pandemic nicht sehr populär. Berührungsbildschirme sind ja bekanntlich Virenschleudern, wenn sie nicht ständig geputzt werden. Beim neuen KI-Projekt von McDonalds in Chicaco geht es aber darum, dass die Computer die menschliche Sprache verstehen. Die KI kommt nämlich im Drive-thru zum Einsatz. Die Kunden bestellen also aus ihren Autos – und die Computer müssen die Bestellung verstehen. McDonald’s CEO Chris Kempczinski sagte an einer Konferenz, dass jene Restaurants, welche die Voice-Ordering-Technologie verwenden, eine Bestellgenauigkeit von etwa 85 Prozent erreichen. Nur etwa ein Fünftel der Bestellungen müsse an diesen Standorten von einem Menschen entgegengenommen werden. Bis die Technologie durchwegs implementiert sei, werde es etwa zwei Jahre dauern, sagte er. Es sei ein grosser Sprung von zehn Restaurants in Chicago zu 14‘000 Restaurants in den USA, mit einer unendlichen Anzahl von Aktionen, Menüänderungen, verschiedenen Dialekten  und anderen Unterschieden. Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Restaurantangestellten daran zu gewöhnen, dass sie nicht vorschnell versuchen, der KI zu helfen.

McDonald's hat sich natürlich auch mit der Automatisierung der Küche befasst. Kempczinski hielt fest, dass dieser Schritt jetzt schon möglich - aber noch nicht rentable wäre:

"Die Höhe der Investitionen, die erforderlich wären, die Investitionskosten, wir sind nicht annähernd in der Lage, den Break-even aus der Sicht der Arbeitskosten zu erreichen, um dies zu einer guten Geschäftsentscheidung für Franchisenehmer zu machen“. (CNBC)

Thursday, June 3, 2021

57 Prozent können sich ein Leben ohne Onlinehandel nicht mehr vorstellen

Welche volkwirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung hat der Onlinehandel? Eine Frage, die oft vor dem Hintergrund des Rückgangs traditioneller Handelsstrukturen diskutiert wird. Antworten, zumindest für Deutschland,  liefert eine neue Studie der Universität Köln und dem IfH Köln. "Wertschöpfung im Onlinehandel“ heisst die Untersuchung, und sie kommt zum Schluss, dass Multi-Channel-Handel die Regel geworden ist. Auch andere, wohl auch international gültige Ergebnisse werden präsentiert



Der  B2C-Onlinehandel realisierte im letzten Jahr 12,7 Prozent Anteil an der Wertschöpfung des gesamten Einzelhandels. Wertschöpfung ist dabei definiert als der im Produktionsprozess geschaffene Mehrwert einer Branche. Auch indirekt werden Werte geschaffen: Sowohl das Dienstleistungsgewerbe – allen voran die Logistikbranche – als auch die Ebene der Hersteller und des Großhandels profitieren von der Entwicklung.
Betrachtet man die Umsätze der Top 15 Multi-Channel-Händler, zeigt sich: In den letzten Jahren wurden die Umsatzzuwächse ausschließlich aus dem Onlinekanal generiert, während das stationäre Geschäft mit Frequenzverlusten und rückläufigen Umsätzen kämpft. Die Filialen übernehmen zunehmend andere wichtige Funktionen im Kontakt mit den Kundinnen und Kunden.
Hochrechnungen des IfH Köln gehen davon aus, dass im letzten Jahr 44 Prozent des Onlinehandels aauf Marktplätzen getätigt wurde. Die Zahl der Händler, die auf Marktplätzen aktiv sind, wächst und übersteigt längst die der Händler mit eigenem Onlineshop. Auch kleineren Händlern bieten Plattformen einen niedrigschwelligen Onlinehebel, der Sichtbarkeit erzeugt und Umsätze ermöglicht. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb auf Plattformen für kleinere Händler durch den Preiswettbewerb, den Druck durch größere Anbieter und den Direktvertrieb durch Hersteller.
Die Exportquoten des Nonfood-Fachhandels liegen teilweise im zweistelligen Bereich und nehmen tendenziell zu. Das demonstriert, dass es der Onlinehandel kleineren Händlern möglich macht, globale Absatzmärkte insbesondere auch über Plattformen zu erschließen. Dieser Effekt beschränkt sich jedoch vor allem auf Nischenmärkte.
Der Onlinehandel treibt mit seinem Innovationsverständnis den gesamten Handel. Viele neue Ideen in der Handelsbranche finden ihren Ursprung in der Digitalisierung und dem E-Commerce. Nicht zuletzt deshalb treibt der Onlinehandel auch digitale Innovationen am Point of Sale im stationären Handel.
Der Onlinehandel schafft Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten im Online-/Versandhandel hat sich in den letzten zehn Jahren um 155 Prozent (Hochrechnung 2020) auf mehr als 233‘000 erhöht – das entspricht einer Steigerung um 142‘000 Beschäftigte und übersteigt den Zuwachs im Einzelhandel.
Der Onlinehandel erfüllt grundlegende Konsumentenbedürfnisse nach Bequemlichkeit und Produktversorgung und ist bei den Konsumenten und Konsumentinnen fest im Alltag verankert. Rund 62 Prozent der Befragten geben an, durch den Onlinehandel ihr Arbeits- und Privatleben besser vereinbaren zu können und 57 Prozent können sich ein Leben ohne Onlinehandel nicht mehr vorstellen.
Und schliesslich findet die Studie: Onlinehandel ist nachhaltiger als sein Ruf. Bei der Diskussion um die ökologischen Auswirkungen des Onlinehandels liegt der Fokus meist auf der Auslieferung. Bei der Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette im zeigt sich jedoch: Der Onlinehandel ist nachhaltiger als sein Ruf. In den drei betrachteten Kategorien verursacht der Onlinehandel nur 25 bis 40 Prozent der CO2-Emissionen des stationären Handels.