Tuesday, May 28, 2019

2013 geboren, 2019 am Smartphone

Die digitale Gesellschaft rekrutiert ihre Mitglieder schon, bevor sie zur Schule gehen. Handy und Tablet gehören für viele Kinder schon zum Alltag, bevor sie lesen und schreiben können. Mehr als die Hälfte der Kinder zwischen 6 und 7 Jahren, die in einer neuen deutschen Studie befragt wurden,  nutzen ab und zu ein Smartphone, vor fünf Jahren war es erst jedes fünfte Kind in dieser Altersgruppe. Ab 10 Jahren ist das Smartphone dann ein Muss. Drei von vier Kindern haben in diesem Alter bereits ein eigenes Gerät.

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Die repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, aus der diese Zahlen stammen, zeigt, dass sich die Digitalisierung nicht aufhalten, sondern höchstens managen lässt - vielleicht. Smartphones und Tablets liessen sich aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegdenken, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Kinder sollten deshalb frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen...
Wichtiger als das eigentliche Telefonieren ist Jugendlichen der Medienkonsum auf ihrem Smartphone. Neun von zehn der 10- bis 18-Jährigen jährigen Nutzer streamen Musik, 87 Prozent schauen Videos. Mehr als drei Viertel nutzen die Kamera für Fotos oder selbstgedrehte Videos, sechs von zehn sind damit in sozialen Netzwerken unterwegs. Entsprechend wichtig ist das Smartphone für diese Kinder. Mehr als die Hälfte sagt, dass sie sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen könnten. Im Elternhaus müssen viele aber trotzdem zwischendurch mal auf das Gerät verzichten. Für zwei Drittel gilt zu Hause in bestimmten Situationen Handyverbot. Das Smartphone ist also beliebt und schon Kinder lassen es sich etwas kosten. Im Durschnitt geben die 10- bis 18-Jährigen, die im Besitz eines Smartphones sind,13 Euro monatlich für ihr Handy aus – inklusive der Kosten für Telefon- und Datentarife sowie Apps. Die Älteren zwischen 16 und 18 Jahren zahlen mit 17 Euro monatlich am meisten aber auch bei den 10- bis 11-Jährigen sind es bereits 8 Euro im Monat. Dazu passt eine Meldung, die ebenfalls dieser Tage die Runde macht: Das Handy ist heute der Hauptgrund dafür, dass Jugendliche Schulden haben.
Unabhängig vom Gerät machen die meisten Kinder schon früh ihre ersten Schritte im Internet. Von den 6- bis 7-Jährigen nutzen bereits 40 Prozent zumindest gelegentlich das Internet. Ab 12 Jahren sind dann fast alle online. Mit Abstand am beliebtesten ist dabei, Videos zu schauen. Anders als die Kleinen nutzen die 16- bis 18-Jährigen die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten im Netz. Im Bereich Social Media und Messenger haben die 10- bis 18-Jährigen klare Favoriten. Für Kurznachrichten liegt WhatsApp in allen Altersklassen an der Spitze. Bei den 10- bis 11-Jährigen ist die Video-App TikTok das populärste Netzwerk. Ein Viertel dieser Altersgruppe nutzt die App bereits. Ab dem 12. Lebensjahr dominiert die Foto- und Videoplattform Instagram. Das mit ähnlichen Funktionen ausgestatte Snapchat rangiert dahinter. Auf Facebook sind vor allem die älteren Jugendlichen aktiv. Eine untergeordnete Rolle spielt die Kurznachrichtenplattform Twitter.
Auch die negative Seite des Internets kennen die Kinder: Zwei von fünf Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren geben an, dass sie bereits negative Erfahrungen im Web gemacht haben. Von den Älteren ab 16 bestätigen 22 Prozent, dass sie im Internet Dinge gesehen haben, die ihnen Angst gemacht haben. Bei den 14- bis 15-Jährigen sagt dies ein Viertel.
Bitkom hat eine Übersicht mit den wichtigsten Hinweisen für Eltern und weiterführenden Links zusammengestellt.


Monday, May 27, 2019

E-Commerce-Retouren: Im Abfall landet weniger als angenommen

Die E-Commerce-Umsätze sind in die Milliarden gestiegen, die Zahl der versandten Pakete auch. Allerdings ist auch die Zahl der retournierten Artikel sehr hoch. Das gilt vor allem für die Modebranche. Eine neue Untersuchung hat nun bestätigt, dass 40 Prozent aller im Internet bestellten Kleider von den Kunden wieder zurückgeschickt werden. Die gute Nachricht ist, dass 82 Prozent dieser Modeartikel trotzdem wieder verkauft werden können.

Die Schlagzeilen ähneln sich alle paar Monate: Im Internetshopping-Bereich würden grosse Mengen von returnierten Waren vernichtet, weil es zu umständlich sei, diese für die Wiederverwertung aufzubereiten. So sorgten letztes Jahr Berichte verschiedener Medien für Aufsehen, in denen behauptet wurde, bei Amazon würden auch funktionstüchtige, neue Produkte zerstört.  Eine Untersuchung des Deutschen EHI Retail Institute wartet jetzt mit genaueren Zahlen auf, die zwar nicht Amazon-spezifisch sind, aber einen guten Überblick gewährleisten. Ein Ergebnis:  Auch wenn Kleidungsstücke zu den meist retournierten Versandprodukten gehören, ist Mode mit 82 Prozent das Segment mit dem höchsten Anteil an Weiterverkäufen als sogenannte A-Ware. Allerdings kostet die Bearbeitung eines retournierten Artikels den Onlinehändler rund 10 Euro.
Branchenunabhängig können etwa 70 Prozent der retournierten Artikel als A-Ware für den Kundenversand wiederverwendet werden. Besonders gross ist dieser Anteil in den Bereichen Fashion & Accessoires (82 Prozent) sowie Sport & Freizeit (70 Prozent). Nur wenige Händler können gar keine oder nur vereinzelt Artikel wieder verkaufen. Dazu zählen logischerweise Produkte aus dem Nahrungs- und Genussmittelbereich, in dem Retouren kaum vorkommen.
Die Gründe, weshalb Retouren nicht als A-Ware wiederverwendet werden können, sind mehr oder weniger offensichtlich: Die Artikel sind qualitativ zu sehr beeinträchtigt sind und eine Aufbereitung ist nicht möglich oder zu aufwendig. Darüber hinaus gibt es Artikel, wie zum Beispiel Matratzen oder Kopfhörer, die nach einer Retournierung aus hygienischen Gründen nicht mehr als Neuware vertrieben werden.
Was geschieht nun aber mit Produkten, die nicht mehr neuwertig sind?
Sollten Artikel es nicht als A-Ware in den Wiederverkauf schaffen, gibt es für Händler unterschiedliche Optionen. Solche Produkte werden mit Rabatten als B-Ware, in speziellen Outlets oder sogar an das eigene Personal verkauft. Manchmal werden diese Artikel auch  gespendet, an die Lieferanten zurückgeschickt oder recycelt - aber nur selten komplett im Abfall entsorgt.
Das sind gute Neuigkeiten.
Genaue Zahlen, was Retouren im Online-Handel betrifft, sind allerdings nicht bekannt, weil sich die meisten Händler nicht in die Karten blicken lassen. Branchenunübliche Transparenz praktiziert das Deutsche Online-Modehaus Zalando:
“Das Berliner Unternehmen hat 300.000 Artikel von 2000 verschiedenen Marken im Sortiment und verschickte 2017 über 90 Millionen Sendungen in 15 europäische Länder. Bekleidung und Schuhe werden besonders häufig zurückgeschickt: "Über alle Märkte liegt die Retourenquote bei durchschnittlich 50 Prozent", sagt eine Sprecherin.“ (stern.de)
Für einen einzigen Händler sind das also in nur einem Jahr etwa 45 Millionen Pakete, von denen viele über hunderte von Kilometer transportiert und zugestellt werden - und später wieder auf dem gleichen Weg zurückgeschickt werden…

Thursday, May 23, 2019

Autonome Autos: Akzeptanz und Aggression

Die meisten Konsumenten freuen sich darauf, dass ihnen ihr Auto in Zukunft das Fahren abnehmen wird. Sie versprechen sich davon Vorteile wie Effizienz und Zeitersparnis. Eine neue Studie des Capgemini Research Institute hat ergeben, dass sich die Präferenz der Verbraucher für das Fahren in selbstfahrenden Autos innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppeln wird. Allerdings zeigen praktische Versuche in Kalifornien, dass die Praxis nicht so reibungslos läuft: Viele Verkehrsteilnehmer hassen die autonomen Fahrzeuge wegen ihres Fahrstils, und diese werden manchmal sogar angegriffen.
Die positive Meldung zuerst: eine Studie über selbstfahrende Autos des Capgemini Research Instituts, hat durchaus eine positive Resonanz bei den Verbrauchern ausgemacht. Während nur 25 Prozent der Befragten es vorziehen würden, in 12 Monaten in einem selbstfahrenden Auto gegenüber einem traditionellen Fahrzeug zu fahren, sagen mehr als die Hälfte, dass fahrerlose Autos bis 2024 ihr bevorzugtes Verkehrsmittel sein werden. 56 Prozent der Befragten sagen sogar, dass sie bereit wären, für ein autonomes Fahrzeug bis zu 20 Prozent mehr als für ein Standardfahrzeug zu bezahlen.
Die Ergebnisse deuten auf eine sich ändernde Wahrnehmung von Mobilität hin. Die Verbraucher glauben, dass autonome Autos eine größere Rolle in ihrem täglichen Leben spielen werden, die über den Akt des Fahrens hinausgehen und auch Autonomie bei der Erledigung von Besorgungen und Aufgaben haben. 49 Prozent der Befragten wäre damit einverstanden, dass selbstfahrende Autos in ihrem Namen eine Besorgung durchführen; mehr als die Hälfte würde darauf vertrauen, dass ein autonomes Fahrzeug Freunde und Familienmitglieder absetzt oder abholt, während jeder zweite erwartet, dass selbstfahrende Autos ihnen helfen, Zeit zu sparen, um andere Aktivitäten zu verfolgen.
Tatsächlich gibt es noch nicht viele Orte, wo selbstfahrende Autos unterwegs sind. Einer davon ist Phoenix im amerikanischen Arizona, wo Google unter dem Namen Waymo seine selbstfahrenden Autos im täglichen Verkehr testen kann. Bis jetzt sind die Tests ohne grosse Unfälle oder Schäden durchgeführt worden. Wie aber der London Telegraph berichtet, haben die autonomen Fahrzeuge mit Aggressionen zu kämpfen:
“Berichte vom letzten Jahr reportieren, dass einige der Autos zum Ziel von Angriffen frustrierter Anwohner geworden waren, die Reifen beschädigten und Steine auf die Fahrzeuge warfen. Zwar scheinen die Bürger von Phoenix entsetzt über die Vorstellung, dass die Autos zu Zielen von Gewalt geworden sind. Aber die Frustration über ihren zu  vorsichtigen Fahrstil ist eine häufige Klage, ebenso wie die Angst von Autofahrern, welche die Waymo-Autos unberechenbar finden und nicht davon ausgehen, dass diese sich wie ein menschlicher Fahrer verhalten. In einem Hotel in der Nähe des Phoenix Airport seufzt die Frau am Schreibtisch über die Erwähnung von Waymo. "Ich hasse diese Autos", sagt sie. "Man wartet hinter einem, um links abzubiegen, und es wartet nur, wartet, wartet, wartet, wartet… in einer Zeitspanne, in der vier oder fünf Autos hätten fahren können."
Waymo sagte, dass die Angriffe eine kleine Minderheit der Tausenden von Meilen betrafen, die von den Autos jeden Tag zurückgelegt wurden. Aber das Potenzial für Feindseligkeit in der Öffentlichkeit ist etwas, das selbstfahrende Autofirmen ernst nehmen sollten, sagt John Suh von Hyundai."Wenn etwas keine Gefühle hat und eine Dienerrolle übernimmt, öffnet das Tür und Tor für Missbrauch", sagt er.“
Vertrauen schaffen, scheint also für autonome Fahrzeuge unabdingbar zu sein. Waymo versucht das unter anderem damit, die Leute in ihren Autos fahren zu lassen. Letztes Jahr führte das Unternehmen sogar einen kommerziellen Taxidienst mit seinen Fahrzeugen ein.

Sunday, May 19, 2019

Datensicherheit: Onlinehändler tragen eine besondere Verantwortung

Der diesjährige Sicherheitsbericht des CDN-Anbieter Akamai „State of the Internet“ ist durchaus alarmierend: Im letzten Jahr wurden weltweit Millionen von Websites angegriffen -  oft von Kriminellen, die gestohlene Nutzerdaten verwenden wollen. Vor allem auch kleinere Online-Händler sind gefährdet: Genauso wie die ganz Grossen, tragen sie nicht nur für ihre eigenen Daten, sondern auch für die ihrer Kunden die Verantwortung. Wer sich allerdings an einige grundsätzliche Regeln hält, kann viel dazu beitragen, seinen Online-Shop vor Angriffen und  die Daten seiner Kunden zu schützen.

Online-Shopping lebt vom Vertrauen der Kunden. Das ist ein Grund dafür,
dass riesige Anbieter wie Amazon immer grösser werden. Umso wichtiger
ist es für kleinere Händler, ihre Shops und die Daten Ihrer Kunden zu
schützen.                                                                                    Bild pixabay
Die erste Regel kann nicht oft genug wiederholt werden: Verwenden Sie komplexe Passwörter, zum Beispiel für den Administrationszugriff auf Ihr Shopsystem, den Zugang zu Datenbanken oder zu Web-Hosts. Wählen Sie Passwörter aus, die Buchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen enthalten und mindestens acht Zeichen lang sind. Einfache oder zu kurze Passwörter können leicht entschlüsselt werden. Nutzen Sie unterschiedliche Passwörter für jeden Zugang, dadurch verhindern Sie den Totalschaden bei Verlust eines einzigen Passwortes. Ein Passwortmanager kann bei der Verwaltung der unterschiedlichen Passwörter helfen.
Nutzen Sie Virenscanner und Firewalls: Virenscanner sind sehr effizient in der Abwehr von Viren und Trojanern. Setzen Sie zudem eine Firewall ein, an der ohne Genehmigung keine Änderungen vorgenommen werden können. Halten Sie die Schutzprogramme immer aktuell. Denken Sie ausserdem daran, Ihr Betriebssystem regelmäßig zu aktualisieren.
Halten Sie auch Ihr Shopsystem aktuell: Das gleiche, was für die Virenprogramme und Betriebssysteme gilt, ist ebenso für Ihr Shopsystem wichtig - halten Sie es immer auf dem neuesten Stand. Die meisten Anbieter stellen regelmässige Updates zur Verfügung, in denen bekannte Schwachstellen geschlossen werden und sicherheitsrelevante Features enthalten sein können.
Geizen Sie mit Schreibrechten auf dem Webserver: Je mehr Dateien Schreibrechte besitzen, desto größer ist das Risiko, dass Schadprogramme auf den Webserver gelangen können. Diese Dateien lesen im schlimmsten Fall Daten Ihrer Kunden aus. Vergeben Sie deshalb nur dort Schreibrechte, wo sie wirklich benötigt werden.
Sichern Sie Formulare ab: Formulare werden gerne als Einfallstor für Schadsoftware genutzt, zum Beispiel Suchformulare, Benutzerregistrierung oder Kundenlogin. Im Programmcode legen Sie fest, wie diese Daten verarbeitet und ausgelesen werden. Deshalb sollten Sie bei der Erstellung des Codes Algorithmen einbauen (lassen), die es Schadprogrammen erschweren, mittels sogenannter Code-Injection-Angriffe ins System vorzudringen.
Verschlüsseln Sie sensible Daten: Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit und es wird sie auch niemals geben. Unveröffentlichte Schwachstellen kann kein Hersteller beheben und somit wird jedes System immer angreifbar bleiben. Umso wichtiger ist es, für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Eine sehr effektive Methode besteht darin, die Daten nur verschlüsselt abzuspeichern und den Schlüssel sicher und getrennt von den Daten aufzubewahren. Verschafft sich ein Angreifer Zugang zum System, findet er so nur unlesbare Daten vor.
Holen Sie sich professionelle Unterstützung: Niemand kann ein Spezialist für alles sein. Das gilt auch für die Datensicherheit. Hierfür gibt es Lösungen und Fachpersonal, die Sie in der Absicherung Ihres Online-Shops unterstützen und Ihnen klar benennen können, wo die Probleme liegen.

Tuesday, May 14, 2019

Smartphones: Huawei überholt Apple und verspricht, nicht zu spionieren

China mag mit seiner globalen Handels- und Machtpolitik eine Bedrohung für andere Nationen darstellen - die Konsumenten scheint es nicht zu kümmern. Huawei Technologies Co., jener chinesische Konzern, der vielerorts verdächtigt wird, mit seiner Technologie Spionage zu betreiben (und dies vehement bestreitet), ist jetzt im Smartphone-Sektor grösser als Apple geworden und steht damit auf dem zweiten Rang hinter Samsung.

                                                                                                         Quelle: IDC
Huwai, der Netzwerkriese, sei im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um volle 50 Prozent gewachsen, schätzt Marktforscher IDC. Huawai ist die einzige Marke unter den grossen vier Smartphone-Herstellern, der es gelungen ist, das Verkaufsvolumen zu steigern, obwohl der Gesamtmarkt seit anderthalb Jahren  schrumpft. Huawei ist Apple und Samsung mit einem zunehmend hochwertigen Geräteportfolio auf den Fersen, insbesondere im Heimatmarkt China.
Tatsächlich steht Apple im Moment im Gegenwind - vor allem auch wegen der Unstimmigkeiten im Verhältnis zwischen den USA und China. Das wird es schwierig machen, die Verkaufszahlen zu steigern.
Apple ist besonders anfällig für einen Handelskrieg mit China. Weil eben die iPhones hauptsächlich in China zusammengestzt werden, obwohl Apple auch zahlreiche amerikanische Lieferanten hat. Das heisst, dass das Endprodukt bei der Wiedereinfuhr in die USA genau so verzollt werden muss, wie ein 100prozentig chinesisches Produkt. Experten schätzen, dass ein 25prozentiger Zoll auf dem iPhone zu einer Preiserhöhung von 160 US-Dollar für das iPhone XS führen könnte.Wenn Apple die Zölle absorbieren würde, könnte das im nächsten Jahr zu einem Gewinnrückgang pro Aktie von mehr als 20 Prozent führen. Diese Aussichten haben seit Anfangs Mai bereits zu einem kräftigen Rückgang des Aktienkurses geführt.
Huawei, dessen Exporte in die USA natürlich auch von den amerikanischen Strafzöllen betroffen sind, hat inzwischen eine PR-Offensive gestartet, was den Verdacht der Spionage für die chinesische Regierung betrifft:
“Der Konzern sei bereit, Erklärungen abzugeben, dass mit den Produkten von Huawei keine Spionage betrieben werde, sagte der Konzernvorsitzende Liang Hua. Die [Deutsche] Bundesregierung zeigte sich allerdings skeptisch. "Entscheidend wäre, dass der chinesische Staat bereit ist, so etwas zu unterzeichnen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Dafür sehen wir keine Anzeichen." Die USA fordern den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G. Sie werfen Huawei vor, die Technologie, die weltweit in Mobilfunknetzen eingesetzt wird, zur Überwachung zu nutzen. [...] Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hatte nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren Sicherheitslücken in Huawei-Produkten entdeckt. Wie erst im April bekannt wurde, seien die Probleme in den Jahren 2011 und 2012 im italienischen Netzwerk entdeckt worden. Medienberichte zufolge wurden damals "geheime Hintertüren" in der Huawei-Software festgestellt, die den Chinesen Zugang zum italienischen Netzwerk mit Millionen Internetkunden hätten geben können.“ (zeit.de)

Saturday, May 11, 2019

Achtung: Fake Streaming-Dienste wollen Ihre Daten

Erfolg findet immer Nachahmer und leider auch Fälscher.  Neben etablierten Streaming-Plattformen, wie Sky oder Netflix erscheinen jetzt auch andere Websites mit sehr attraktiven Angeboten an Serien und Filmen. Oft handelt es sich dabei jedoch um unseriöse Anbieter, vor denen Verbraucherschützer nun warnen. Auch Fake-Shops mit Fanartikeln oder angebliche Fan-Foren mit Gewinnspielen finden sich im Netz.

Sie sehen gut aus, die neuen Streaming-Dienste. Aber sind sie auch echt?
                                                                                         Screengrab oneflix.co
Die betrügerischen Websites ahmen in ihrem Design übliche Videoportale nach und heissen oft auch ähnlich. Appleflix, Imaxkino, Cineplex24 oder Oneflix sind laut 'Trusted Shops' Vertreter der Fake-Streaming-Dienste. Über 200 Fälle sind durch Beschwerden bereits bekannt geworden. Die meisten Nutzer landen über Online-Anzeigen, die ein kostenloses Probe-Abo bewerben, auf den Abzock-Websites. Als Lockmittel werden auch beliebte Serien, wie die achte Staffel von Game of Thrones, genutzt.
Für die Registrierung werden persönliche Daten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer und der Wohnort gefordert. Nach der Eingabe erscheint jedoch eine Fehlermeldung. Das Einloggen oder der Zugriff auf das Angebot ist daraufhin nicht möglich. Der Nutzer geht davon aus, dass seine Anmeldung nicht erfolgreich war. Nach ein paar Tagen folgt dann das böse Erwachen - in Form einer Zahlungsaufforderung für ein Abonnement, das mehrere hundert Euro kostet.
Lassen Sie sich von derartigen Abzockern nicht ins Bockshorn jagen. Wer nämlich eine Rechnung erhält, obwohl keine Leistung erbracht wurde, muss man den geforderten Betrag nicht bezahlen. Im Gegenteil: Verbraucherschützer empfehlen, Anrufe oder mahnende E-Mails zu ignorieren und bei der Polizei Anzeige zu erstatten.
Viele Fake-Streaming-Dienste nutzen gegenwärtig die enorme Popularität der Serie „Game of Thrones“ aus, und auch andere Cyberkriminelle wollen die Serie für kriminelle Zwecke ausnutzen. Sie erstellen vermeintliche Fan-Seiten, die „gameofthrones“ in ihrer URL tragen und Daten abfangen. Gewarnt wird zum Beispiel vor: watchgameofthrones.info, gameofthronesblog.com, realgameofthrones.com und
officialgameofthrones.com.
Viele dieser Websites sehen auf den ersten Blick seriös aus. Trotzdem ist es empfehlenswert,  immer vorsichtig sein und das Browser-Fenster schliessen, wenn die Aufforderung kommt, private Daten wie E-Mail-Adresse und Kreditkarteninformationen einzugeben. Vorsicht ist auch geboten, wenn  Fan-Artikel nur per Vorkasse bezahlt werden können.
Da die Websites der Fake-Streaming-Dienste oft professionell wirken, sollte man im Netz den Namen des Anbieters recherchieren, bevor man sich anmeldet. Schnell sollte sich aufgrund der Suchtreffer die Frage klären, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Auch das Impressum ist wichtig, denn seriöse Anbieter achten auf vollständige Angaben und Kontaktmöglichkeiten.
Vor diesen Firmen wird im Zusammenhang mit Abo-Fallen aktuell gewarnt: Turquoiz Limited, Lovelust Limited, Bizcon Limited, Anmama Limited, CIDD Limited, OLJO Ltd, SAFE4MEDIA Ltd, Kino Bino Limited oder Kino Cinemas Ltd.
Achten sie auf eine sichere HTTPS-Verschlüsselung und das Schloss-Zeichen neben der URL im Browser. Handelt es sich um eine unsichere Verbindung, sollten sie von der Eingabe privater Daten, besonders von Zahlungsdaten, absehen. Geben sie nicht ohne weitere Überprüfung ihre Daten bei einem Online-Dienst ein. Achten sie auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Bedingungen eventueller Probe-Abonnements. Seien sie skeptisch gegenüber Links und Nachrichten von unbekannten Absendern. Achten sie auf die Richtigkeit der Domain — also der URL — und gleichen sie diese im Zweifel mit einer kurzen Recherche im Netz ab.

Tuesday, May 7, 2019

Drohnentest: die Teuerste ist die beste

Schätzungen gehen davon aus, dass in der Schweiz im letzten Jahr mehr als 100'000 Drohnen verkauft wurden. Der Touring Club Schweiz, der sich schon lange nicht mehr nur mit dem Strassenverkehr befasst und seit längerem Drohnenkurse für Anfänger und Profis anbietet, hat nun fünf 4K-fähige Videodrohnen getestet. Neben einer günstigen und einer teuren Drohne, wurden auch drei vergleichbare Drohnen aus dem Mittleren-Preissegment genauer unter die Lupe genommen.

Im TCS Drohnentest wurden die Flugobjekte auf Flugeigenschaften, Bedienung und Handlichkeit, Kamera, Verarbeitung und Sicherheit sowie Effizienz getestet. Dabei schnitt die günstigste und leichteste Drohne im Test (Wingsland S6) am schlechtesten ab. Sie überzeugte zwar punkto Verarbeitung und Sicherheit, schnitt aber bei den Foto- und Videoaufnahmen schlecht ab. Auch die sechs Minuten Flugzeit konnten im Vergleich zu den deutlich teureren anderen vier Drohnen nur bedingt überzeugen und führten zur Gesamtbewertung “bedingt empfehlenswert“.
Von den drei getesteten Drohnen im Mittleren-Preissegment wurden immerhin zwei mit “sehr empfehlenswert“ und eine mit „“empfehlenswert“ bewertet. Gründe für die tiefere Gesamtwertung der Mantis Q von Yuneec sind der fehlende mechanische Bildstabilisator, sowie Probleme bei der Flugstabilität. Während Fotoaufnahmen noch gut gelingen, sind Videos stark verwackelt. Besonders positiv fällt hingen die zweitlängste Flugzeit mit rund 27 Minuten auf. Mit „sehr empfehlenswert“ abgeschlossen hat die Parrot Anafi. Sie überzeugte durch sehr gute Flugeigenschaften, die ausführlichste Bedienungsanleitung aller getesteten Drohnen, sowie einer einfachen und übersichtlichen App. Die Flugzeit von rund 24 Minuten beeindruckt, wird aber von der langen Akkuladezeit getrübt. Leider fehlt ein 230 Volt Netzadapter im Lieferumfang. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die DJI Mavic Air. Die Mavic Air überzeugt durch hervorragende Flugeigenschaften, der umfangreichsten App, ihrer guten Verarbeitung und punktete im Bereich Sicherheit durch das Hinderniserkennungssystem. In der Flugzeit liegt die Mavic Air mit rund 18 Minuten hinter den beiden direkten Konkurrenten. Zudem ist zur Verwendung der App eine Registrierung notwendig.
Die DJI Mavic 2 Pro war die grösste und teuerste Drohne im Test. Sie erreichte die Gesamtbewertung “hervorragend“. Sie überzeugte durch die besten Flugeigenschaften, einer Fernbedienung mit Infodisplay, der fortschrittlichsten Kamera und ein rundum Hinderniserkennungssystem. Zudem überzeugte die Mavic 2 Pro mit einer Flugzeit von rund 28 Minuten. Durch die Verwendung der gleichen App wie bei der Mavic Air, ist auch bei der Mavic 2 Pro eine Registrierung notwendig. Mit einem Gewicht von über 500 Gramm ist zudem eine Haftpflichtversicherung notwendig, die einen Deckungsbedarf von mindestens 1 Million Schweizer Franken aufweist.
Die Schlussfolgerung der TCS-Tester: Der Vergleichstest habe aufgezeigt, dass Qualität auch bei Drohnen ihren Preis hat!

Monday, May 6, 2019

Online-Dating: der digitale Weg zum Glück?

Die Suche nach Liebe und Sex ist auch im Schweizer Internet ein gutes Geschäft. Über 41 Millionen Schweizerfranken nahm die Branche im letzten Jahr ein. Die neue Marktstudie eines Schweizer Vergleichsportals enthält aber noch viel mehr interessante Details für alle, die sich an diesem existenziellen Spiel beteiligen.

Online Dating ist ein gutes Geschäft - für teure Agen-
turen und für Apps.                                    Bild Pixabay
Es gibt über 5‘000 Domains, auf denen eine sogenannte Singlebörse für Schweizer Singles angeboten wird. Viele dieser Unternehmen sind jedoch fusioniert, und so steckt oft ein Anbieter hinter mehreren Angeboten. Insgesamt gibt es immerhin rund 400 Anbieter von Singlebörsen für die Schweiz. Die tatsächliche Zahl der Singlebörsen-Seiten an sich ist damit eher irrelevant. Viel interessanter ist die Frage nach den real existierenden Mitgliederdatenbanken, von denen es derzeit im deutschsprachigen Raum gut 2000 gibt. Nur rund 50 davon seien allerdings relevant, teilt  Singleboersen-Vergleich.ch in einer neuen Studie mit. Es gebe etwa 6O Online-Dating-Betreiber die  mehr als 1 Million Mitglieder in der Schweiz eingesammelt hätten.

Beim Kampf um die Vormachtstellung in der Schweizer Online-Dating-Branche haben hochpreisige Partnervermittlungen wie Parship und ElitePartner definitiv die Nase vorne: Sie sind für rund die Hälfte des Branchenumsatzes verantwortlich und liefern ihren Premium-Mitgliedern regelmässig und zuverlässig neue Partnerschaftsvorschläge. Bei Kontaktanzeigen-Portalen hat sich hingegen sowohl der Umsatz als auch die Zahl der aktiven Nutzer halbiert. Daniel Baltzer, Geschäftsführer bei Singleboersen-Vergleich weiss warum:
"Kaum jemand ist mehr bereit, für Mittelklasse-Anbieter wie LoveScout24.ch 70 Franken im Monat auszugeben. Entweder wollen die User kostenlos nach einem Partner suchen oder greifen dafür richtig tief in die Tasche! Die Nutzer, die kein oder kaum Geld für die Partnersuche ausgeben wollen, wandern zu den günstigen Dating-Apps ab. Das führt zu steigenden App-Käufen: Durch die Fülle an neuen Nutzern kaufen immer mehr Singles optionale Aufmerksamkeitsfunktionen (Superlikes, Nachrichten, Anzeige in den VIP-Suchergebnissen) um ihre Flirt- und Datingchancen zu erhöhen.“
Es erstaunt, wieviele Schweizer Mitglieder bei derartigen Websites sind. Jeden Monat nutzen 1,2 Millionen User das Angebot. Der Frauenanteil im Online-Dating steht bei insgesamt 40 Prozent. Bei sogenannten Seitensprungagenturen kommt auf 9 Männer allerdings nur gerade eine Frau. In Angeboten für Alleinerziehende suchen hingegen fast 80 Prozent Frauen.
Und schliesslich: Die Chance, sich in einer kostenlosen Singlebörse zu verlieben ist kleiner als 20 Prozent. in einer kostenpflichtigen Partnerbörse kleiner als 30 Prozent.
Immerhin.