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Saturday, December 3, 2022

Das drahtlose Internet erlebt einen Wachstumsschub durch FWA

Grosse Fortschritte in der 5G-Technologie erleichtern den Einsatz von drahtlosen Breitbandlösungen für Privathaushalte und Geschäftskunden. Die hohen Geschwindigkeiten und geringen Latenzzeiten von FWA machen die Technologie zu einem Ersatz für kabelgebundene Breitbandverbindungen. Auch die Swisscom bietet den Dienst an - für Geschäftskunden mit Gebäuden ohne Kabelanschluss.

Eine 5G-Antenne. Bild Swisscom
Das Kommunikationsunternehmen Ericsson geht davon aus, dass es bis Ende dieses Jahres weltweit eine Milliarde 5G-Nutzer geben wird. Ausserdem werde sich der Datenverkehr in den globalen Mobilfunknetzen in Zukunft alle zwei Jahre verdoppeln, prognostiziert das Unternehmen in seinem Mobility Report 2022. In sechs Jahren soll es gemäss diesem Report bereits fünf Milliarden 5G-Abonnenten geben. In Europa liegt die 5G-Abdeckung gegenwärtig bereits bei rund 65 Prozent – nur drei Jahre nachdem 5G-Netze erstmals gebaut wurden. 5G ist definitiv nicht mehr aufzuhalten.
Was heisst das für private und geschäftliche Nutzer?
Ericsson rechnet bis 2028 mit 300 Millionen Fixed-Wireless-Verbindungen, die durch 5 G ermöglicht werden. Derartige Verbindungen, auch FWA genannt, entwickeln sich zu einer exzellenten Alternative, was Breitband-Internet betrifft. FWA in Verbindung mit 5G ist eine skalierbare, kosteneffiziente Hochgeschwindigkeits-Breitbandtechnologie, bei der eine drahtlose Verbindung die «letzte Meile» abdeckt. Während der Mobilfunkturm über Kabel und/oder Funkverbindungen mit einem größeren Netz verbunden ist, sind für den Kundenanschluss keine Kabel notwendig, sondern nur ein drahtloses Empfangsgerät. 
Auch die Swisscom will FWA nun für Geschäftskunden anbieten. Laut Swisscom eignet sich die FWA-Lösung für abgelegene Gebäude, die nicht durch den Standardnetzausbau abgedeckt sind, sowie für temporäre Geschäftsstandorte ohne Festnetzanschluss. 5G FWA biete ein grosses Potenzial, lässt Swisscom verlauten. Kunden könnten damit an ihren Standorten vom schnellsten Internet profitieren und alle Dienste in vollem Umfang nutzen. Die Netzwerklösung "Enterprise Connect" von Swisscom ermöglicht es Kunden ohne Glasfaser- oder Kupferanschluss, einen oder mehrere Geschäftsstandorte über 5G FWA in ihr Büronetzwerk zu integrieren.
In den USA gibt es bereits heute mehr als sieben Millionen Haushalte, die durch FWA mit dem Internet verbunden sind. Neue Antennentechnologien wie Multiple-Input-Multiple-Out (MIMO) in Mobilfunkmasten liefern mehr Kapazitäten über größere Entfernungen. Intelligente Signale zielen genau auf den Empfänger. So entwickelt sich FWA zu einer Lösung für vorstädtische und ländliche Gebiete mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s (!) über vier Meilen. Diese Leistungsfähigkeit zahlt sich aus: Die schnelle Verbreitung von Drahtlostechnologien hat in den USA bereits zu Preissenkungen bei drahtgebundenen Breitbandanschlüssen geführt - in den letzten sechs Jahren um bis zu 42 Prozent. Die Fortschritte in der 5G-Technologie machen die Realisierbarkeit von günstigeren  drahtlosen Breitbandlösungen einfach. Die hohen Geschwindigkeiten und geringen Latenzzeiten von FWA sind ein echter Ersatz für kabelgebundene Breitbandverbindungen.

Sunday, November 27, 2022

5G fürs Handy kommt ins Flugzeug

Amerikanischen Behörden lassen aus Sorge um die Flugsicherheit den Einsatz von 5G-Mobilfunktürmen in der Nähe von Flughäfen nur bedingt zu. In Europa soll 5G hingegen schon bald zum Fliegen gehören – zur Freude der einen, zum Leid der anderen.

5G und Fliegen passen laut EU doch zusammen.
Bild Pixnio.com
Fluggesellschaften werden schon bald in der Lage sein, in ihren Flugzeugen die neueste 5G-Technologie bereitzustellen, da die Europäische Kommission den Durchführungsbeschluss über Frequenzen für die mobile Kommunikation an Bord von Flugzeugen angepasst hat; es wurden Frequenzen für die 5G-Technologie während des Fluges zugewiesen. Die Kommission hat schon seit 2008 bestimmte Frequenzen für die mobile Kommunikation in Flugzeugen reserviert, so dass Fluggesellschaften in der EU ihren Fluggästen Nachrichten, Telefonate und Datendienste anbieten konnten. Die aktuelle Anpassung soll gemäss EU-Mitteilung zu einem weit verbreiteten Angebot von 5G-Diensten in Flugzeugen führen.

Passagiere an Bord von Flugzeugen in der EU werden können dann ihre Mobiltelefone mit der maximalen Kapazität und den besten Funktionen nutzen können – genauso, wie bei einem bodengestützten 5G-Mobilfunknetz.

Der Dienst wird in der Flugzeugkabine mit einer speziellen Netzausrüstung, der sogenannten «Pico-Zelle», bereitgestellt, um die Nutzer zu verbinden und Anrufe, Texte und Daten - in der Regel über ein Satellitennetz - zwischen dem Flugzeug und dem Mobilfunknetz am Boden weiterzuleiten.


Monday, July 25, 2022

Auch in Deutschland: Huawei hat ein «China-Problem»

Der Chinesische Telekommunikations-Gigant Huawei kommt in Deutschland wieder unter Druck: Laut Medienberichten will die Bundesregierung den Netzbetreibern verbieten, für den 5G-Netzausbau «kritische Komponenten» chinesischer Hersteller zu verwenden.

Die Amerikaner unter Trump waren die ersten, die Huawei vom Ausbau der 5G-Netzwerke ausschlossen. Der Grund: Man befürchtete, der chinesischen Regierung und der kommunistischen Partei Chinas den Zugang zu Informationen zu leicht zu machen, wenn Huawei das Telefonnetz baut. Andere Länder folgten, zum Beispiel Kanada, aber auch Australien und Neuseeland. In der Schweiz wird zumindest über das Huawei-China-Risiko diskutiert, Massnahmen erachtet die Regierung aber vorläufig als unnötig. Nun sieht es so aus, als ob sich in Deutschland diesbezüglich etwas tut:

«Die Bundesregierung könnte deutsche Telekommunikationsanbieter schon bald dazu zwingen, chinesische Komponenten aus ihren Mobilfunknetzen zu entfernen. Das Innenministerium behält sich das Recht vor, die Netzbetreiber anzuweisen, kritische Bauteile von „nicht vertrauenswürdigen“ Herstellern auszubauen – selbst dann, wenn diese schon in Betrieb sind. Die Verwendung bereits verbauter Komponenten könne untersagt werden, „wenn der weitere Einsatz die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland voraussichtlich beeinträchtigt, insbesondere, wenn der Hersteller der kritischen Komponente nicht vertrauenswürdig ist“, bestätigte das Ministerium dem Handelsblatt. Eine solche „Ex-post-Untersagung“ könne „auch den Ausbau der jeweiligen Komponenten umfassen.» (Handelsblatt.com)

Da Huawei im Mobilfunknetzt von Deutschland bereits eine wichtige Rolle spielt, käme eine Huawei-Sperre wohl teuer. Ericsson und Nokia sind die einzigen Ausrüster, die das chinesische Unternehmen ersetzten könnten. Die Telekom verweist gemäss Spiegel darauf, dass sie 5G-Komponenten nur auf den bereits verbauten 4G-Komponenten des gleichen Herstellers aufsetzen könne. Deswegen setze man auf die «Bestandslieferanten» Huawei und Ericsson.

Das Handelsblatt weiss auch, wieso das Thema Huawei in Deutschland plötzlich wieder aktuell ist:

«Die Entscheidung, ob kritische Komponenten von Huawei und ZTE nicht vertrauenswürdig sind, ist zwar offiziell noch nicht gefallen. Doch unter dem Eindruck der russischen Aggression gegen die Ukraine und der Versuche des Kremls, Deutschland mit einer Drosselung der Gaslieferungen zu erpressen, bewertet die Bundesregierung die Risiken wirtschaftlicher Verflechtungen mit Diktaturen neu.»

 


Saturday, March 19, 2022

5G: Weniger Bedenken, mehr User

Der fortgeschrittenste Mobilfunkstandard 5G kämpft in der Schweiz seit Jahren mit der Akzeptanz. Nun scheint sich die Stimmung zu wenden. Immer mehr Schweizer nutzen 5G durch ihre Smartphones, und eine neue Studie zeigt, dass immer weniger gegen die Einführung sind.

5G hat innerhalb von zwei Jahren deutlich an Popularität gewonnen. 24 Prozent
der Bevölkerung haben sich 
 jedoch nach wie vor keine Meinung gebildet. 
     
Quelle bonus.ch

5G hat es nicht einfach in der Schweiz: Während andernorts der Aufbau rasant vor sich geht, gab es hier Proteste, Moratorien und politisches Zögern.  Weltweit hat sich 5G in der Zwischenzeit vielerorts schon durchgesetzt: China und die Vereinigten Staaten sind anderen Ländern bei der 5G-Einführung deutlich voraus, mit zusammen 660 Städten, in denen 5G verfügbar ist. Am nächsten dran in Sachen 5G-Rollout sind die Philippinen mit aktiven Verbindungen in 95 Städten, Süd Korea mit 85, Canada mit 81 und Finland mit 72 Städten. Doch nun bewegt sich 5G auch in der Schweiz. Gemäss dem Verband der Schweizer Telekommunikationsbranche, nehme die Nutzung des 5G-Netzes in der Schweiz «rasant» zu. 36 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutze 5G schon heute; es seien gegenwärtig 3,1 Millionen 5G-Geräte aktiv, zudem seien 7,8 Millionen 5G-SIM-Karten im Umlauf. Damit habe sich seit April 2021 die Anzahl genutzter 5G-Geräte fast verdreifacht.
Auch politisch scheint sich die Situation zu verändern: Das Bundesparlament hat sich nun klar gegen ein Moratorium für die 5G-Technologie in der Schweiz ausgesprochen. Nach dem Ständerat hat diese Woche auch der Nationalrat drei Standesinitiativen der Kantone Genf, Neuenburg und Jura abgelehnt. Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich auch die Stimmung in der Bevölkerung geändert hat. 5G ist zwar immer noch umstritten, hat aber innerhalb von zwei Jahren deutlich an Popularität gewonnen, wie eine neue Umfrage des Vergleichsportals bonus.ch ergibt. Heute geben 49 Prozent der Befragten an, "unbedingt" oder "eher" für diese neue Technologie zu sein, in 2020 waren es nur 35 Prozent. Eine ablehnende Haltung haben jetzt nur noch 27 Prozent, gegenüber 44 Prozent vor zwei Jahren. Wenn man nur die Befragten berücksichtigt, die in dieser Frage eine Meinung haben, überwiegen mit 65 Prozent der Stimmen eindeutig die Befürworter gegenüber den 35 Prozent Gegner.
Interessant sind die Gründe, die von gegenwärtigen und potentiellen Nutzern genannt werden: Der technologische Fortschritt bleibt mit 55 Prozent das wichtigste Argument, das von den Befürwortern von 5G angeführt wird. Im Vergleich zu 2020 gewinnt aber auch der persönliche Nutzen (mehr Speed) an Bedeutung.


Saturday, December 5, 2020

Schweizer Mobilfunk: Wettbewerb auf hohem Niveau

Man wechselt ja seinen Mobilfunkanbieter wenn möglich nicht allzu oft. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass die Firma, die einem das Signal aufs Mobiltelefon liefert, vorne mit dabei ist. Diese Rangliste wurde auch dieses Jahr wieder geliefert: Der Mobilfunknetztest des Telekommunikationsmagazins connect wurde zum 27. Mal durchführt. Swisscom holt sich in der Schweiz den ersten Platz. Der Test zeigte aber, dass sich die drei grossen Anbieter in der Schweiz auf hohem Niveau konkurrenzieren: Sie sind alle mindestens "sehr gut".

Mit 960 Punkten und der Note “überragend“ schaffte es Swisscom zum dritten Mal in Folge, sich an die Spitze zu setzen. Der Marktführer entschied die Gesamtwertung durch leichte Punktevorsprünge in den Kategorien Sprache und Crowdsourcing für sich, in der Daten-Wertung liegt Swisscom mit Sunrise gleichauf, so auch bei 5G. Mit 955 Punkten und somit nur fünf Punkten Abstand zum Testsieger erhält Sunrise ebenfalls erneut die Note „überragend“. Salt verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erzielte der Drittplatzierte in der Schweiz 926 Punkte und die Note „sehr gut“. Bei 5G steht Salt noch am Anfang, bietet dabei in seinen ersten 5G-Zellen aber bereits Top-Werte. Die Telefonie- und Datenmessungen wurden fahrend in Gross- und Kleinstädten sowie auf Verbindungsstrassen durchgeführt. Ergänzt  wurden diese durch Tests von Fussgängern in Zonen mit ausgeprägtem Publikumsverkehr wie Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés, Museen und öffentliche Verkehrsmittel. Zu den Fussgängertests zählten zudem Fahrten auf Strecken der Bahn. 

Erstmals beinhaltete der reguläre Messumfang auch 5G. Dort, wo das neue Netz bereits verfügbar ist, wurde es in den Tests erfasst und spielt in der Datendisziplin eine wichtige Rolle – abhängig vom jeweils erreichten Ausbaustand. Angesichts der überraschend guten Ergebnisse einiger Kandidaten und der Bedeutung von 5G für die Zukunft hat sich connect entschlossen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils einen Innovationspreis für den 5G-Ausbau zu vergeben. Den „5G Innovation Award 2021" teilen sich in der Schweiz die im Bereich 5G gleich starken Anbieter Swisscom und Sunrise. In einer Mitteilung zum Mobilfunknetztest heisst es, die eigentlichen Gewinner der Tests seien die Mobilfunknutzer. Die ersten 5G-Messungen hätten gezeigt, dass die Schweiz aktuell der Vorreiter in 5G sei. Die Analysen der letzten Wochen zeigten jedoch auch in Deutschland und Österreich einen zunehmend schnelleren 5G-Ausbau. Das Rennen sei also gerade erst eröffnet und verspreche, im kommenden Jahr sehr spannend zu werden.

Sunday, October 25, 2020

IoB: Das Internet will wissen, was Sie tun

Der Begriff “Internet of Things“ (IoT) ist schon beinahe ein alter Hut – obwohl das Internet der Dinge erst richtig funktionieren wird, wenn 5G irgendeinmal funktioniert. Dieses Jahr führt das IoB die wichtigsten strategischen Technologietrends für 2021 gemäss Gartner an. IoB heisst Internet of Behaviour oder, zu Deutsch, das Internet der Verhaltensweisen. Soll heissen: Wir hinterlassen unzählige Spuren im Cyberspace – und die Internet-Spurensammler werten sie aus. 


Das Internet der Verhaltensweisen wird von Gartner zum 
Technotrend erklärt.                          Screengrab gartner.com
Das Internet der Verhaltensweisen sei im Entstehen begriffen, weil viele Technologien die digitalen Spuren im täglichen Leben der Menschen erfassen und nutzen, schreiben die Gartner Experten. Das IoB kombiniere bestehende Technologien, die sich direkt auf das Individuum konzentrieren, wie Gesichtserkennung und Standortverfolgung und verbindet die daraus resultierenden Daten mit damit verbundenen Verhaltensereignissen, wie Bargeldkäufen oder Gerätenutzung. Wie könnte es anders sein: Organisationen nutzen diese Daten, um das menschliche Verhalten zu beeinflussen. Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2025 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mindestens einem IoB-Programm unterliegen wird, sei es einem kommerziellen oder staatlichen. Während das IoB jetzt schon technisch möglich sei, werde es umfangreiche ethische und gesellschaftliche Debatten über die verschiedenen Ansätze dieser verhaltensverändernden Technologie geben.

Wir wissen es: Ein mobiles Gerät wie ein Smartphone, kann sowohl Ihre Online-Bewegungen als auch Ihre geografische Position verfolgen. Für ein Unternehmen wie Google ist es deshalb nicht schwierig, Ihr Smartphone mit Ihrem Laptop, Ihrem Sprachassistenten zu Hause und anderen Geräten zu verbinden. Google ist natürlich nur ein Exponent in diesem Trend zum IoB. Auch andere grosse Unternehmen und Behörden fördern die Entwicklung.

Eines ist klar: Das IoB wird sich nicht aufhalten lassen – Datenschutz hin oder her. Der grösste Teil der User schert sich nämlich immer noch nicht um derartige Datenverarbeitungsaktivitäten, solange sie legal sind. Ebenfalls klar ist: Die Synchronisation Ihrer IT-Geräte nützt nicht nur Ihnen.


Wednesday, October 21, 2020

Die Swisscom demonstriert 1,2 Gigabit pro Sekunde Download-Speed im Zug

Ein lückenloser und leistungsfähiger Mobilfunkempfang im Zug ist ein zentrales Kundenbedürfnis. Für die Netzbetreiber ist das ein Problem. Denn mit datenintensiven Anwendungen steigen die Ansprüche an die Bandbreite. Swisscom hat nun in einem Test erfolgreich mehr als ein Gigabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit in einen fahrenden Zug gebracht. Das gelungene Experiment hat Vorbildcharakter für die globale Mobilfunkbranche.

Eine temporäre 5G-Antenne an der SBB Teststrecke
Biberlikopf-Kerenzerberg.             Bild Kecko/flickr
Seit Jahren forscht und arbeitet ein Team bei Swisscom an der stetigen Verbesserung der Mobilfunkversorgung für Bahnreisende und Pendler. Mit der Erfindung von speziellen mobilfunksignaldurchlässigen Fensterscheiben ist es gelungen, die Mobilfunkversorgung ohne zwischengeschaltete Komponenten direkt in den Zug zu bringen. Die Mobilfunkversorgung entlang der Zugstrecken bleibt aber weiterhin eine Herausforderung, weil unter den gleichen Bedingungen mit jeder Mobilfunkgeneration viel mehr Daten übermittelt werden. Am Walensee ist Swisscom nun auf einer Teststrecke zwischen Biberlikopf und Kerenzerberg mit einem neu konzipierten Antennenkorridor von vier Kilometern Länge der grosse Durchbruch gelungen: Die Ingenieure von Swisscom erreichten eine Verbindung mit 1,2 Gigabit pro Sekunde in einem fahrenden Zug. Für den Test wurde entlang der Bahnstrecke am Walensee, gemeinsam mit dem Netzwerkausrüster Ericsson, ein vier Kilometer langer Antennenkorridor errichtet. Durch die Nähe der Antenne zu den Endgeräten ist die Sendeleistung der Antennen tiefer und die Versorgung entlang des Bahnkorridors zielgerichteter. Christoph Aeschlimann von Swisscom ist überzeugt davon, dass das Projekt Vorbildcharakter für die weltweite Mobilfunkbranche habe. Man habe eine Lösung für eine stabile und zuverlässige Versorgung der Passagiere gefunden und gleichzeitig wichtige Erkenntnisse für sicherheitsrelevante Anwendungen im Bahnverkehr gewonnen. 

Nach der Auswertung der Testergebnisse soll der Testkorridor weiter optimiert werden. Für den Test war entlang der Bahnstrecke am Walensee, gemeinsam mit dem Netzwerkausrüster Ericsson, ein vier Kilometer langer Antennenkorridor errichtet worden. Durch die Nähe der Antenne zu den Endgeräten ist die Sendeleistung der Antennen tiefer und die Versorgung entlang des Bahnkorridors zielgerichteter. Das langfristige Ziel ist eine lückenlose Mobilfunkabdeckung entlang der Hauptachsen für alle Mobilfunknutzer und -anbieter der Schweiz. Swisscom betont, dass der entwickelte Lösungsansatz auch den anderen Providern offensteht. 

Der mit der Testanlage erreichte Datenfluss im Zug ist eindrücklich. Mit 4G und 5G kombiniert waren Downloadgeschwindigkeiten von mehr als 1.2 Gigabit pro Sekunde im fahrenden Zug möglich. Die Reaktionszeit von 5G war ganze vier Mal kürzer als bei 4G und lag bei beeindruckenden 8 Millisekunden.

Saturday, October 17, 2020

Apple und das iPhone 12 werden 5G vorantreiben

Obwohl die Schweiz eines der am besten mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G abgedeckten Länder ist, hat die Technologie hierzulande mit vielen Ängsten und Ablehnung zu kämpfen. Nun hat Apple das erste iPhone mit 5G-Technologie auf den Markt gebracht. Die Branche hofft, dass 5G im Apple-Smartphone die Akzeptanz und die Verbreitung des neuen Standards beschleunigt. Apple ist schliesslich so etwas wie ein Opinion-Leader im Smartphone-Markt. Was Apple tut, kommt an und ist cool – nicht umsonst ist das iPhone ein Statussymbol; das wird auch für das iPhone 12 gelten.

Das iPhone 12 von Apple ist 5G tauglich.          Bild Apple

Apple ist natürlich bei weitem nicht der einzige Hersteller, der ein Smartphone mit 5G-Technologie im Angebot hat. Bei Android gehört 5G schon zum Angebot, zumindest in der Oberklasse. Aber Apple ist eine Kategorie für sich: Es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen eine neue Technologie einfach nutzbar und damit populär macht. Das fängt schon bei der Berichterstattung über das neue iPhone 12 an: Weltweit erschienen nach der Vorstellung des Geräts, das für sich in Anspruch nimmt, das kleinste, dünnste und leichteste 5G-Smartphone zu sein, hunderttausende von Medienberichte, die das Gerät in den meisten Fällen begeistert beschreiben. Apples Marketingstrategie funktioniert also immer noch hervorragend: Produktevorstellungen werden als Events inszeniert, die von den Medien begeistert verfolgt werden – die dann Gratiswerbung in Millionenhöhe produzieren – diesmal auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Den 5G-Gegnern wird dieser Effekt das Leben nicht leichter machen:

“ Indem Apple den schnellen Mobilfunk einbaut, wird das Unternehmen binnen kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Player in diesem Bereich werden. Schließlich ist das Unternehmen mit knapp 60 Prozent Marktanteil in den USA mit weitem Abstand Marktführer, weltweit immerhin der drittgrößte Smartphone-Hersteller. In Kombination mit der Anbindung von iPhones via 5G an Apples Streamingdienste Apple TV+ und Apple Music, an den Game-Service Apple Arcade und an den Datenspeicherdienst iCloud könnte so relativ schnell die Nachfrage nach 5G-Angeboten steigen.Das Henne-Ei-Problem der neuen Netze würde sich damit fast von selbst erledigen, denn wo eine Nachfrage ist, gibt es in der Regel auch bald ein Angebot. Mit etwas Glück könnten die neuen iPhones also letztlich die Killer-Anwendung werden, die dem 5G-Ausbau den nötigen Kick gibt, damit er endlich spürbare Formen annimmt.“ (Spiegel Online)

Natürlich wird der Widerstand gegen 5G nicht einfach verschwinden, nur weil 5G im neusten iPhone eingesetzt wird. Aber eine Deloitte-Studie zeigt, dass das Unbehagen bei weitem nicht überall gleich gross ist: Ist Österreich fürchten 36 Prozent gesundheitliche Schäden, in Deutschland nur 20 Prozent, in Grossbrittannien 14 und in China gerade noch 13 Prozent. In der Schweiz haben die Gegner, die gemäss einer Umfrage anfangs dieses Jahres knapp 45 Prozent ausmachten, starke politische Verbündete:

“Eine starke Minderheit aus SP-, CVP- und FDP-Politikern wollte in der Kommission nichts von einer Anhebung der Strahlengrenzwerte wissen. Denn bis heute ist nicht abschliessend geklärt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mobilfunkstrahlung auf den menschlichen Körper hat. Als das Parlament vor etwas mehr als einem Jahr zum letzten Mal über eine Anhebung der Grenzwerte debattierte, überwogen die Bedenken – der Vorschlag wurde abgeschmettert…“ (watson)

 

Friday, September 25, 2020

Nein, Streaming ist nicht das neue Fliegen

Streaming ist das moderne Fernsehen und wird als solches intensiv genutzt – vor allem im Zeitalter des Coronavirus. Allerdings leben wir auch im Zeitalter der Klimaerwärmung, und deshalb wurde Streaming von vielen Klimaschützern schon früh als „schlecht fürs Klima“ eingestuft. Netflix-Fans dürfen sich aber beruhigen: Das Klima wird nicht am Streaming zugrunde gehen.


Streaming-Fans haben eine riesige Auswahl. Screengrab whatsnewonnetflix

Als die Studie erschien, wurden die Ergebnisse weltweit verbreitet: Die Emissionen, die beim Ansehen von 30 Minuten Netflix entstünden, nämlich 1,6 Kilogramm CO2, seien gleich gross, wie wenn man sechs Kilometer Auto fahre. Die Zahlen stammen aus einem Bericht des Shift-Projekts, einem französischen Thinktank, über die "nicht nachhaltige und wachsende Wirkung" von Online-Videos. Dem Bericht zufolge war Streaming im Jahr 2018 für mehr als 300 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich, was dem gesamten Co2-Ausstoss Frankreichs entspricht. Und wie das im Internetzeitalter üblich und normal ist, beeinflusst der Bericht des Shift-Projekts weiterhin die Medienberichterstattung.  

Aber gerade im Internetzeitalter wird nichts so heiss gegessen wie es gekocht worden ist. In der Zwischenzeit sind einige Berechnungen veröffentlicht worden, die den Shift-Bericht zur Makulatur werden lassen. Der neuste kommt von einer Studie des deutschen Umweltbundesamtes – einer durchaus klimaschutzfreundlichen Agentur. Unter dem Titel: “Ist Streaming das neue Fliegen?“ berichtet der Stern über „die alarmistischen Schätzungen vom letzten Jahr“ und die Schlussfolgerungen der beamteten Umweltschützer. Die weltweit publizierten Resultate des Shift-Berichts seien nicht haltbar:

“Selbst in der emissionsreichsten Variante, dem Streaming über den veralteten UMTS-Standard, kamen die Forscher zusammengerechnet nur auf 90 Gramm Emissionen für eine ganze Stunde. Trotzdem lag die Schätzung [im Shift-Bericht] um Faktor 35 über dem höchsten Durchschnittswert. Bei anderen Übertragungsarten lag die Emission noch deutlich niedriger. Streamt man über den neuen Mobilfunkstandard 5G sinken die Emissionen auf 5 Gramm. Am niedrigsten liegt der Wert, wenn die Daten per Wlan aufs Gerät kommen. Wird das Heimnetzwerk über klassische Telefon-Kupferleitungen mit Daten beliefert, kommen dann noch 4 Gramm zusammen. Bei einer modernen Glasfaserleitung ist der Wert am niedrigsten: Gerade mal 2 Gramm Emissionen werden dann pro Stunde verursacht. Zum Vergleich: Drei Minuten warmes Duschen verursachen fast 3000 Gramm CO2.“

Wem die Studie der deutschen Umweltbeamtennicht genügt, der kann sich auf der Klima-Informationswebsite carbonbrief.com im Detail informieren. Carbon Brief ist eine in Grossbritannien ansässige Website, die über die neuesten Entwicklungen in der Klimawissenschaft, Klimapolitik und Energiepolitik informiert.

Es heisst, dass das Internet nichts vergisst. Das gilt leider und vor allem auch für Falschinformationen. Man darf davon ausgehen, dass die Legende vom Streaming, das so schlimm fürs Klima ist, wie Autofahren, in den nächsten Jahren immer wieder auftauchen wird – genau dann nämlich, wenn sie ins Schema passt.


Wednesday, July 15, 2020

5G: Mit Informationen gegen irrwitzige Behauptungen

Der Widerstand in der Schweiz, wo heute mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Mobiltelefone nutzen, war bis jetzt überraschend erfolgreich: Eine kleine aber laute Gruppe von Gegnern konnte in einigen Kantonen die Politik davon überzeugen, dass 5G unerwünscht und unnötig sei. Auch der Bundesrat hat die 5G-Bremse angezogen. Jetzt fangen die Befürworter an, sich ebenfalls zu organisieren.

So sieht ein Comptek-Mast mit einer 'versteckten'
5G-Anlage aus (in Denver, Colorado).                  
                                            Screengrab Comptek
Eine neue Plattform, die von einer Koalition von 5G-Befürwortern lanciert wurde, soll  “zur Versachlichung der Diskussion“ über die neue Mobilfunk-Generation beitragen, sagen die Initianten, die aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Politik sowie aus diversen Verbänden kommen. Eine Versachlichung ist tatsächlich dringend notwendig: Die Diskussion über die Schäden, welche durch 5G verursacht würden, hat zum Teil irrwitzige Züge angenommen und hat dazu geführt, dass Brandanschläge auf Mobilfunkantennen ausgeführt wurden. Dass die 5G-Gegner zu derartigen Mitteln griffen, beweise, dass sie keine guten Argumente gegen 5G hätten, sagen Befürworter. Und die Industrie verlangt mehr Unterstützung von der Politik: Die Diskussion um 5G werde ‘emotional‘ geführt. Fakten spielten oft kaum eine Rolle. Angst machen mit Halbwahrheit sei einfach, Aufklären mit Fakten schwierig. Die Politik müsse sich endlich klar zu 5G äussern, forderte der Swisscom-Manager schon anfangs dieses Jahres. Diese Unterstützung ist bis jetzt weitgehend ausgeblieben. Das ist einer der Gründe, dass die Befürworter jetzt eine Informationsinitiative gestartet haben:
“Der notwendige Ausbau mit 5G wird heute aufgrund fehlenden Wissens, falschen Schlüssen und Unsicherheiten politisch und gesellschaftlich stark ausgebremst. […] Der Mobilfunk ist aus dem privaten und beruflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Er hat in wenigen Jahren reihenweise Innovationen hervorgebracht, wie kaum eine Technologie zuvor. Die Modernisierung der Mobilfunknetze mit der neuesten Technologie 5G ist für die Attraktivität und Prosperität der Schweiz darum wichtig. Sie schafft die Basis für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle sowie für eine nachhaltigere und effizientere Ressourcennutzung…“ (Chance5g.ch)
Tatsächlich wird 5G weltweit vielerorts zügig eingeführt (obwohl die politischen Wirren zwischen den USA und China und die damit verbundenen Schwierigkeiten Huawei-Technik, einzusetzen, die Angelegenheit nicht unkomplizierter machen). So zeigt die wöchentlich aktualisierte Ookla 5G-Karte, dass der Ausbau vor allem in den USA rasant vorwärts geht, obwohl auch hier in verschiedenen Städten Widerspruch laut wurde. Der Unterschied zur Schweiz: Die Bundesregierung unterstützt den Ausbau des Netzes.
Die amerikanische Technologiefirma Comptech, die 5G-Ausrüstung herstellt, verfolgt einen Ansatz, der dem Motto “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss“ entspricht. Die Firma baut schlanke unauffällige Masten, die zum Beispiel mit einer Strassenlampe versehen und  auch mit 5G-Equipment ausgerüstet werden können. Verschiedene Städte in den USA haben bereits angefangen, solche 5G-Antennen zu installieren. Ob sich die 5G-Gegner dadurch beeindrucken lassen werden, ist allerdings zweifelhaft. 

Monday, June 22, 2020

Das Internet hat die Coronakrise sehr gut überstanden

Die Coronakrise hat auch das Internet gefordert: Die Verlagerung eines signifikanten Teils von Büroarbeitsplätzen ins traute Heim hat zu dieser Belastung beigertragen. Wie auch die Tatsache, dass es ausserhalb der eigenen Wohnung nicht viel zu tun gab, während der Krise. Da musste Netflix als Ersatz herhalten. Die gute Nachricht ist: Das Internet hat den Ansturm sehr gut überstanden.

Die Leitungen und die Server des Internets haben auch während
des krisenbedingten Ansturms standgehalten.                                  Bild Pexels
Für eine Weile war die Panik gross: Zahlreiche Artikel wurden publiziert, in denen daran gezweifelt wurde, ob das Internet den Ansturm der Coronakrise meistern könne, und sogar sein Zusammenbruch wurde vorausgesagt. Diese Sorgen waren unbegründet: Eine Studie von DE-CIX zeigt auf, dass das Internet aus technologischer Sicht, sowohl in den Endkundennetzen als auch insbesondere an den Übergabepunkten, dem Ansturm der letzten Wochen ausgesprochen gut standgehalten hat. Dies sei nicht zuletzt deshalb der Fall, schreiben die Autoren, weil über die vergangenen Jahre ohnehin ein erhebliches globales Wachstum im weltweiten Datenverkehr zu verzeichnen gewesen sei und die Internetindustrie nun lediglich ein kurzfristig aufgetretenes Wachstum habe abfedern müssen. Man könne von einer “beschleunigten Digitalisierung“ sprechen, auch in Hinblick auf die Entwicklungen im Bereich Home-Office oder virtueller Events.
Wer sich im Detail für die Studie interessiert, kann die Zusammenfassung hier im Detail kostenfrei abrufen (sechs Seiten, PDF). Das Fazit möchten wir hier zitieren:
“Eines geht klar und deutlich aus der aktuellen Situation hervor: Das Netz hält! Auch in Phasen der Maximalbelastung wie einem globalen Shutdown. Doch während der weltweiten Pandemie haben sich auch einige Schwachstellen der digitalen Infrastruktur gezeigt, die teilweise direkt beim Nutzer spürbar sind, oder langfristig spürbar werden. Ob es um die Herausforderungen in den Teilnetzen des Internets, an den Netzübergängen oder der letzten Meile (dem Endkundenanschluss) geht: Letztendlich liegt es in der Verantwortung der jeweiligen Betreiber, ausreichend Kapazitäten vorzuhalten und je nach Notwendigkeit vorausschauend auszubauen. Das muss nun, in der aktuellen Krise, unerwartet, schneller als geplant und flächendeckend vonstattengehen. Das wiederum beschleunigt die Digitalisierung stark, mit dem Coronavirus als äußerst ungewöhnlichem Treiber. Disruptive Technologien, wie 5G, werden die Herausforderungen und Ansprüche an das Internet vorantreiben. Nur wenn alle Partizipienten der Internetinfrastruktur auf ihre Art und Weise funktionieren, Innovation vorantreiben und sich ausnahmslos verlässlich zeigen, kann das einst zu Forschungszwecken vor Jahrzehnten aufgebaute Netz von Teilnetzen den Ansprüchen der Menschen auch in Zukunft gerecht werden.“

Tuesday, June 2, 2020

Huawei 5G: “Die Schweiz fliegt unter dem Trump-Radar“

Der chinesische Technologiegigant Huawei macht weltweit beliebte und qualitativ hochwertige Smartphones. Das ist aber nur ein Teil des Portfolios. Huawei stellt vor allem Telekommunikationsausrüstung her, die im Bereich 5G führend sind. Trotzdem hat das Unternehmen in vielen Ländern der Welt ein Problem: Dass es aus China kommt und sehr eng mit dem chinesischen Staat verbandelt ist, hat zu einem Vertrauensverlust geführt, der dem Geschäftsgang nachhaltig schaden könnte.

Huawei's Hauptsitz in Shenzhen, China                    Bild Wikimedia Commons
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Huawei eine enorm erfolgreiche Firma ist. Das Unternehmen wurde vor 33 Jahren in China gegründet, verzeichnete schnelles Wachstum und konnte im letzten Jahr globale Umsätze von 122 Milliarden US-Dollar verbuchen. Doch weil die amerikanische Handelspolitik gegenüber China unter Präsident Donald Trump in den letzten Jahren vor allem durch Rivalität und amerikanischen Protektionismus geprägt war, hat Huawei im Ausland vielerorts mit Gegenwind zu kämpfen. Das letzte Beispiel: Der grösste kanadische Telekommunikationsdienstleister Bell Canada wählte diese Woche das schwedische Unternehmen Ericsson als Lieferant für die 5G-Netzwerkausrüstung aus - Huawei geht trotz führender Technologie leer aus.  Als Land hat Kanada noch nicht entschieden, ob es Huawei Tech generell erlauben wird, 5G-Mobilfunknetze aufzubauen. Kanada ist bezüglich Huawei allerdings in einer sehr speziellen Situation. Huaweis COO Meng Wanzhou sitzt seit etwa einem Jahr in Vancouver fest, wo ein Verfahren für ihre Auslieferung an die USA läuft, wo sie sich einer Anklage wegen Bankbetrugs stellen musst - wenn es je soweit kommen wird. Aber auch in anderen Ländern wird die Luft für Huawei dünner:  Telefonica Deutschland hat Ericsson mit dem Aufbau seines 5G-Kernmobilfunknetzes in Deutschland beauftragt, da die Wahl des schwedischen Anbieters die Sicherheit seiner Dienste der nächsten Generation gewährleisten werde. Deutschlands drei Hauptbetreiber wollen Huawei von ihren Netzkernen fern halten und sich nur noch bei den weniger empfindlichen peripheren Funkzugangsnetzen weiterhin auf den chinesischen Anbieter verlassen. Immerhin: Im Gegensatz zu den USA und Australien hat bis jetzt kein Europäisches Land Huawei formell blockiert, und die meisten der derzeitigen globalen 5G-Verträge des Unternehmens bestehen mit Unternehmen, die innerhalb Europas tätig sind.
Wie es in der Schweiz bezüglich Huawei aussieht, hat die Wirtschaftsagentur Bloomberg kürzlich in einem Artikel zusammengefasst. Titel:  Huawei ist im europäischen 5G-Himmel weil die Schweizer sich Trump widersetzen. Der Untertitel: Die Schweiz wählt Huawei 5G - und fliegt unter dem Trump Radar. Die Geschichte zur Schlagzeile:
“Während sich andere Länder in Europa mit den Befürchtungen der USA auseinandersetzen, dass Huawei sie für chinesische Spionage anfällig machen könnte, baut die Schweiz im Stillen ein Netzwerk mit dem Unternehmen auf. Die Schweizer sind durch das frühe Aufkommen privater und öffentlicher Netzwerke weitgehend unerkannt zu weltweiten Leadern bei der Einführung der 5G-Technologie geworden. Unternehmen vom Flughafen Zürich über den nationalen Postdienst und die Eisenbahn bis hin zum Nahrungsmittelgiganten Nestle SA und der Zürich Versicherungen haben bereits private Netzwerke mit Sunrise, deren Exklusivlieferant Huawei ist, aufgebaut oder planen das…“
Die Schweizer Regierung habe eine sehr neutrale und objektive Bewertung von Huawei durchgeführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass es keine signifikanten anderen Risiken in der Technologie und in Huawei als Unternehmen gebe, gab Sunrise-CEO Andre Krause in einem Interview zu Protokoll, schreibt Bloomberg. Und er räumte ein, dass sich der ständige Druck auf Huawei “irgendwann“ auch auf Sunrise auswirken könne.

5G ist eine wichtige Technologie für die IT-Zukunft, und Huawei ist nicht die einzige Hürde, welche in diesem Zusammenhang genommen werden muss. Auch innenpolitisch sind noch nicht alle Weichen gestellt, da der Widerstand in einigen Bevölkerungsgruppen gross ist. Bald wird sich zeigen, welche Hürde die höhere ist.

Tuesday, April 28, 2020

Gehört wird, wer am lautesten reklamiert

Die Coronavirus-Pandemie beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen - auch in der Schweiz. Andere Themen werden in diesen Zeiten der alles bestimmenden Seuche kaum mehr diskutiert, auch wenn sie sich ebenfalls stark auf die Zukunft der Gesellschaft auswirken können. Dazu gehört auch der neue Mobilfunkstandard 5G, der in der Schweiz bereits punktuell angewandt wird, nun aber durch den Bundesrat gebremst wird.

Eine temporäre 5G-Antenne an der SBB Teststrecke
Biberlikopf-Kerenzerberg.             Bild Kecko/flickr
Die Epidemie hat nicht nur Panik, Ängste und eine Rezession sondern auch einen Digitalisierungsschub ausgelöst und damit die Kommunikationsnetze in vielen hochentwickelten Ländern an ihre Grenzen gebracht. Auch in der Schweiz funktionierte die Kommunikationsinfrastruktur nicht ohne Störungen. Die Situation unterstreicht die Bedeutung einer leistungsfähigen Telekominfrastruktur. Parallel zu dieser Krise läuft die Modernisierung genau dieser Kommunikationsinfrastruktur, die allerdings mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G von verschiedenen Bürgerbewegungen und Politikern nicht gern gesehen und auch lautstark bekämpft wird. Neben drastischen Einschränkungen des Mobilfunks, dessen  Allgegenwärtigkeit gerade in der Schweiz unbestritten ist, wird teilweise sogar ein landesweites 5G-Moratorium gefordert. Die Gegner des neuen Standards haben sich bis jetzt gekonntGehör verschafft, als Befürworter meldeten sich, wen wundert’s, vor allem die Telekommunikationsunternehmen, die bereits viel Geld für die 5G-Frequenzen und den Bau von Antennen ausgegeben haben:
“Der Bund hat die für 5G nötigen Frequenzen vor über einem Jahr für 380 Millionen Franken versteigert. Und die drei Mobilfunkanbieter haben in der Schweiz bereits rund 2500 Antennen mit der neuen Technologie ausgerüstet. Doch Salt, Sunrise und Swisscom haben die Katze im Sack gekauft. Weil der Bund trödelt, ist unklar, welche Rahmenbedingungen künftig für 5G-Antennen gelten werden. Der Schiedsrichter hat das Spiel gleichsam angepfiffen, bevor klar war, nach welchem Regelwerk gespielt wird.“ (nzz.ch)
Jetzt meldet sich auch die Denkfabrik Avenir Suisse mit einer Studie zu 5G zu Wort. Die Untersuchung zeige, wie bedeutend eine moderne Telekominfrastruktur für Innovation und Fortschritt sei:
“Dass ein globales Wettrennen um 5G entbrannt ist, überrascht angesichts der Chancen dieser neuen Technologie nicht. Erstaunlich ist die Situation hingegen in der Schweiz, denn das Verdikt der Wissenschaft ist klar: In über 40 Jahren Mobilfunk konnten unterhalb der geltenden Grenzwerte schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit nicht konsistent nachgewiesen werden. Trotzdem erfahren Mobilfunkgegner hierzulande kaum Widerspruch, weshalb bereits heute die Modernisierung der Telekominfrastruktur verzögert wird. Das droht den nun laufenden Digitalisierungsschub abzuklemmen.“
Aus Sicht von Avenir Suisse bestehe deshalb Handlungsbedarf: Der Bund dürfe sich nicht länger vor seiner Verantwortung drücken. Es gelte, dem wissenschaftsfeindlichen Narrativ entschiedener entgegenzutreten. Auch die NZZ bläst ins gleiche Horn. Dass der Bundesrat den weiteren Ausbau verzögere, sei ein Armutszeugnis:
“ Vorsicht mag gerade in diesen Zeiten vernünftig klingen. Doch alles hat seinen Preis. […] Ohne Lockerung des Strahlenschutzes dürften für ein zukunftsfähiges 5G-Netz rund 26‘000 zusätzliche Antennen notwendig sein. Der Aufbau würde bis zu 30 Jahre dauern und fast 8 Milliarden Franken verschlingen. Der dadurch erkaufte Vorteil in Form von tieferer Strahlenexposition der Bevölkerung wäre marginal. Etwa 90 Prozent der Mobilfunkstrahlung, der wir im Alltag ausgesetzt sind, stammen von unseren Handys. Jene, die von Antennen gesendet wird, ist dagegen vernachlässigbar.“

Tuesday, March 24, 2020

5G: die Sorgen von gestern...

Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass vor dem Virus, der neue Mobilfunkstandard G5 eines der wichtigen Themen war, das die Gesundheitsbewussten beschäftigte.  Dazu gibt es jetzt sogar eine Umfrage die zeigt, dass es bezüglich 5G in der Schweiz einen (allerdings nicht sehr tiefen) Röstigraben gibt.

Vor der Krise war 5G für Viele ein wichtiges Thema. Die Mehrheit der Männer
waren dafür, die Mehrheit der Frauen dagegen.                           Bild obs/bonus.ch      
5G spaltet die Schweizer Bevölkerung, aber eine Mehrheit ist gegen die Installation dieser neuen Antennen. So geben 44.2 Prozent der Befragten an, dass sie dagegen sind. Nur 34.8 Prozent sind dafür, während 21 Prozent keine Meinung haben. Wenn man sich nur auf diejenigen konzentriert, die sich bei diesem Thema entschieden haben, gewinnen die Gegner klar, mit 56 Prozent der Stimmen. Fast 60 Prozent der befragten Personen erklären ihre Ablehnung von 5G mit Gesundheitsrisiken. Die Auswirkungen auf die Umwelt ist der zweite Grund, der von den Gegnern genannt wird, während Cybersicherheits- und Datenschutzrisiken 6.8 Prozent der Stimmen ausmachen. Die Befürworter der 5G heben zu 61.5 Prozent den technologischen Fortschritt (miteinander vernetzte Gegenstände, Automatisierung) hervor.
Männer und Frauen sind nicht auf der gleichen Wellenlänge, wenn es um 5G geht. Etwas mehr als 20 Prozent Frauen sagen, dass sie unbedingt dafür oder eher dafür sind, während mehr als 45 Prozent der Männer dafür sind. Wenn man die Befragten, die keine Meinung haben ausnimmt, sind die Zahlen noch extremer. Fast 75 Prozent der Frauen sind gegen 5G, während 56.1 Prozent der Männer dafür sind.
Die Westschweizer sind bei weitem am zurückhaltendsten bei der Installation von 5G-Antennen in der Schweiz. 47 Prozent Prozent unter ihnen äusserte sich ablehnend, verglichen mit nur 30.2 Prozent, die dafür sind. Auf der anderen Seite des Röstigrabens kehrt sich der Trend um: 49.3 Prozent der Deutschschweizer sind dafür, 37.1 Prozent dagegen. In der italienischen Schweiz sind die Meinungen mit 37.7 Prozent für und 36 Prozent gegen geteilt.
Junge Menschen stehen 5G bei weitem am positivsten gegenüber. Sie stellen sogar die einzige Altersgruppe in der Umfrage dar, die klar dafür ist. Den 47.9 Prozent, die sich dafür aussprechen, stehen 39.6 Prozent, die dagegen sind, gegenüber. Die Mehrheit der anderen Altersgruppen ist absolut dagegen oder eher dagegen, wobei die Umfragewerte zwischen 40.1 Prozent und 46.7 Prozent liegen. Ohne die Befragten, die keine Meinung haben, steigt der Anteil der Jugendlichen, die sich für 5G in der Schweiz aussprechen, auf 54.8 Prozent. Am zurückhaltendsten sind die 50- bis 59-Jährigen mit 59.2 Prozent dagegen.
Themen wie 5G werden, wenn die Corona-Krise einmal vorbei ist, wieder in den Vordergrund rücken. Ob die Sorgen darüber dann allerdings immer noch das gleiche Gewicht haben werden, ist eher fraglich.


Friday, February 7, 2020

5G in der Schweiz: vom Vorsprung zum Politikum

Der 5G-Aufbau in der Schweiz ist bis jetzt sehr schnell vorangegangen. Die Schweiz ist weltweit ganz vorne mit dabei, was funktionierende 5G-Standorte betrifft; nur die USA hat mehr 5G-Anlagen in Betrieb. Dieser Vorsprung, der vor allem für die Industrie und das Internet der Dinge, sowie für die Versorgung von Randgebieten sehr wichtig sein wird, könnte schon bald schrumpfen, weil die Schweiz eben auch sehr tiefe Strahlungsgrenzwerte festgeschrieben hat.

Die Schweiz, eine 5G-Insel in Europa: Die Ookla 5G Map zeigt die aktuellen
5G-Betriebsstandorte weltweit an. Nur die USA haben mehr 5G als die
Schweiz.                                               Screengrab speedtest.net/ookla-5g-map
90 Prozent aller Schweizer besitzen und nutzen ein Smartphone. Man darf davon ausgehen, dass die Mehrheit dieser Menschen sich nicht allzu grosse Sorgen über die Strahlung der Mobilfunkanlagen macht. Schliesslich sind sich die Experten (ausnahmsweise) ziemlich einig: Es gebe kaum Grund zur Sorge, was die Strahlung betreffe - vor allem wenn man als User selber auch zur Sicherheit beitrage, heisst der Konsens:
“Die deutsche Stiftung Warentest unterzog die Argumente der 5G-Kritiker im Herbst einem Faktencheck. Fazit: Nach aktuellem Stand der Forschung "besteht kaum Grund zur Sorge", dass Handystrahlung Krebs verursache oder Spermien schade. Auch durch den 5G-Ausbau seien keine großen Veränderungen zu erwarten. Wer sich davon nicht beruhigen lässt, kann die Strahlenbelastung mit einigen simplen Methoden reduzieren. So helfe es, beim mobilen Telefonieren Abstand zu halten. Bereits wenige Zentimeter Sicherheitsabstand zwischen Ohr und Handy senken demnach die Strahlenbelastung deutlich.“ (heise.de)
Natürlich lassen die 5G-Gegner solche Schlussfolgerungen nicht einfach stehen: Warentest wurde für den Expertenbericht stark kritisiert und musste sich rechtfertigen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass zahlreiche Studien zum gleichen Schluss kommen, wie die Experten, welche die Stiftung Warentest beigezogen hat. Für die 5G- Gegner scheint es schwierig zu sein, vor diesem Hintergrund genügend besorgte Bürger zu mobilisieren: Nur 2000 Teilnehmer (gemäss Angaben der Veranstalter) protestierten am internationalen Protesttag gegen 5G in 16 Schweizer Städten gegen die Technologie.
Die kleine aber lautstarke Gruppe der 5G-Gegner konnte den 5G-Ausbau bis jetzt tatsächlich verzögern; allerdings ist die Zahl der betriebenen Standorte kürzlich plötzlich stark angestiegen:
“Anfang Dezember 2019 waren in der Schweiz erst rund 660 Anlagen in Betrieb, die den Mobilfunk der fünften Generation nutzten. Nach Neujahr waren es plötzlich 2300. Wie konnte sich die Anzahl der 5G-Antennen innert Monatsfrist mehr als verdreifachen? […] Der Urheber des sprunghaften Anstiegs war schnell ausgemacht: Swisscom. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hatte im Frühling 2019 versprochen, bis zum Jahresende 90 Prozent der Bevölkerung mit dem neuen Standard zu versorgen. Um dieses Versprechen einzulösen, musste der Telekomkonzern im Dezember offensichtlich einen Schlussspurt hinlegen. Dazu brauchte er indessen keine Heerscharen von Technikern, die heimlich auf den Dächern Antennen montierten. Es war viel einfacher: Swisscom hat ein Software-Update eingespielt, das die Sendestationen 5G-fähig macht. Weil sich an den Antennen physisch nichts änderte, musste dafür keine Baubewilligung eingeholt werden. Entsprechend machtlos waren die 5G-Gegner. Denn wo es keine Bewilligung braucht, nützen Einsprachen nichts…“ (NZZ)
Swisscom-Chef Urs Schaeppi ist natürlich nicht glücklich darüber, dass 5G zu einem Schweizer Politikum geworden ist, wie er kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone/SDA sagte. Die Diskussion um 5G werde "emotional" geführt. Fakten spielten oft kaum eine Rolle. Angst machen mit Halbwahrheit sei einfach, Aufklären mit Fakten schwierig. Die Politik müsse sich endlich klar zu 5G äussern, fordert der Swisscom-Manager. Bereits beim Wechsel von 2G auf 3G habe es eine grosse Opposition gegeben. Klar sei aber: “Ohne diesen Wechsel hätte der Siegeszug des Smartphones nie stattfinden können."

Saturday, November 30, 2019

5G: Trotz Einsprachen und Protesten geht der Ausbau voran

Die Gegner der mobilen Datenübertragungstechnolgie 5G organisieren sich, und legen Einsprachen gegen den Ausbau des Systems ein, wo immer das möglich ist. Trotzdem ist die Schweiz führend, was 5G betrifft. Und es sieht nicht so aus, als ob die Proteste der Gegner den Ausbau längerfristig verhindern könnten.

Ein 5G-Sendemast, der im Kanton Zürich bereits im Betrieb ist.
                                                                               
5 G hat sich für jene Menschen, die sich vor elektromagnetischer Strahlung schützen wollen, zu einem echten Feindbild entwickelt. In der Schweiz, wo der Ausbau der Technologie schneller vorangeht als an in den meisten anderen Ländern der Welt, regt sich dementsprechend viel Wiederstand, über den auch in ausländischen Medien berichtet wird. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass die meisten Menschen nicht wissen, was 5G leisten kann:
“5 G kann Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde übertragen, was 100 Mal schneller ist, als eine vernünftige 4G-Verbindung. Allerdings ist das nicht das wichtigste. Vor allem sind die Reaktionsgeschwindigkeiten im Netz mit im besten Fall einer Millisekunde sehr kurz, was auch Latenz genannt wird. Die Antwort auf eine Anfrage findet also praktisch ohne Verzögerung statt. Nicht zuletzt deswegen wird 5G auch immer als Voraussetzung für autonomes Fahren genannt, wo es auf schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten ankommt. Allerdings muss ein Auto auch autonom fahren können, wenn es möglicherweise einmal in einem Funkloch ist. Deswegen wird 5G dafür eben keine zwingende Voraussetzung sein. 5G wird seine Stärke aber noch ganz woanders ausspielen. Die Technologie kann viel mehr Geräte miteinander verbinden als bisherige Mobilfunkgenerationen. Und die Datenübertragung ist zudem deutlich energiesparender. Übrigens: Über 5G kann man nicht telefonieren. Es ist ein reines Datennetz, das auf 4G aufsetzt. Wer also künftig ein Handygespräch führt, wird das über das 4G-Netz machen.“  (welt.de)
Das ist alles sehr beeindruckend, nicht aber überzeugend genug für die Gegner, wie die NZZ am Sonntag in einem ausgezeichneten Artikel zum Thema beschreibt.  Der Autor hält fest, dass der Widerstand gegen 5G vielschichtig sei und quer durch die Gesellschaftsschichten gehe. Mindestens jedes zweite Baugesuch werde inzwischen mit Einsprachen belegt. Ob dies allerdings viel nützen wird, bleibt dahingestellt. Zitat NZZ:
“Trotz erbittertem Widerstand der Strahlengegner ist die Schweiz Europameisterin, was die Zahl installierter 5G-Anlagen angeht. Gemäss dem Bakom waren per 1. November 562 5G-Antennen in Betrieb. Global gesehen haben wahrscheinlich nur Südkorea und die USA mehr installierte Sender. […] Die Anbieter Sunrise und Swisscom zeigen sich zuversichtlich, bald eine nationale Abdeckung zu erreichen: «Naturgemäss helfen die Einsprachen nicht für einen schnellen Ausbau der benötigten Mobilfunkinfrastruktur. Wir halten aber nach wie vor an unserem Ziel fest, bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G zu versorgen», sagt eine Swisscom-Sprecherin.“

Tuesday, May 14, 2019

Smartphones: Huawei überholt Apple und verspricht, nicht zu spionieren

China mag mit seiner globalen Handels- und Machtpolitik eine Bedrohung für andere Nationen darstellen - die Konsumenten scheint es nicht zu kümmern. Huawei Technologies Co., jener chinesische Konzern, der vielerorts verdächtigt wird, mit seiner Technologie Spionage zu betreiben (und dies vehement bestreitet), ist jetzt im Smartphone-Sektor grösser als Apple geworden und steht damit auf dem zweiten Rang hinter Samsung.

                                                                                                         Quelle: IDC
Huwai, der Netzwerkriese, sei im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um volle 50 Prozent gewachsen, schätzt Marktforscher IDC. Huawai ist die einzige Marke unter den grossen vier Smartphone-Herstellern, der es gelungen ist, das Verkaufsvolumen zu steigern, obwohl der Gesamtmarkt seit anderthalb Jahren  schrumpft. Huawei ist Apple und Samsung mit einem zunehmend hochwertigen Geräteportfolio auf den Fersen, insbesondere im Heimatmarkt China.
Tatsächlich steht Apple im Moment im Gegenwind - vor allem auch wegen der Unstimmigkeiten im Verhältnis zwischen den USA und China. Das wird es schwierig machen, die Verkaufszahlen zu steigern.
Apple ist besonders anfällig für einen Handelskrieg mit China. Weil eben die iPhones hauptsächlich in China zusammengestzt werden, obwohl Apple auch zahlreiche amerikanische Lieferanten hat. Das heisst, dass das Endprodukt bei der Wiedereinfuhr in die USA genau so verzollt werden muss, wie ein 100prozentig chinesisches Produkt. Experten schätzen, dass ein 25prozentiger Zoll auf dem iPhone zu einer Preiserhöhung von 160 US-Dollar für das iPhone XS führen könnte.Wenn Apple die Zölle absorbieren würde, könnte das im nächsten Jahr zu einem Gewinnrückgang pro Aktie von mehr als 20 Prozent führen. Diese Aussichten haben seit Anfangs Mai bereits zu einem kräftigen Rückgang des Aktienkurses geführt.
Huawei, dessen Exporte in die USA natürlich auch von den amerikanischen Strafzöllen betroffen sind, hat inzwischen eine PR-Offensive gestartet, was den Verdacht der Spionage für die chinesische Regierung betrifft:
“Der Konzern sei bereit, Erklärungen abzugeben, dass mit den Produkten von Huawei keine Spionage betrieben werde, sagte der Konzernvorsitzende Liang Hua. Die [Deutsche] Bundesregierung zeigte sich allerdings skeptisch. "Entscheidend wäre, dass der chinesische Staat bereit ist, so etwas zu unterzeichnen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Dafür sehen wir keine Anzeichen." Die USA fordern den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G. Sie werfen Huawei vor, die Technologie, die weltweit in Mobilfunknetzen eingesetzt wird, zur Überwachung zu nutzen. [...] Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hatte nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren Sicherheitslücken in Huawei-Produkten entdeckt. Wie erst im April bekannt wurde, seien die Probleme in den Jahren 2011 und 2012 im italienischen Netzwerk entdeckt worden. Medienberichte zufolge wurden damals "geheime Hintertüren" in der Huawei-Software festgestellt, die den Chinesen Zugang zum italienischen Netzwerk mit Millionen Internetkunden hätten geben können.“ (zeit.de)

Thursday, April 11, 2019

Swisscom bringt 5G für die ganze Schweiz

Swisscom wird bis Ende Jahr die ganze Schweiz mit dem neusten Mobilfunkstandard 5G versorgen. Bisher war 5G für Privatkunden reine Theorie, denn es fehlten die Endgeräte. Nun ist das Warten vorbei. Swisscom kündigt jetzt gleich vier Endgeräte für den Verkauf an. Das allererste 5G-Gerät im Swisscom Shop stammt vom Hersteller Oppo, weitere Marken wie LG (ab Mai), Samsung (ab Juli) und Huawei (im dritten Quartal) werden folgen.

Auch 5G braucht Sendemasten (hier ein Sunrise-Exemplar, das
schon im Juni letzten Jahres in Oerlikon in Betrieb genommen
wurde).                                                                                Bild pd
In Fernost gehören die Smartphones von Oppo zu den beliebtesten Endgeräten, weltweit gehört Oppo zu den führenden Herstellern. Oppo Reno 5G, gibt es ab Mai im Swisscom Shop. Mit den neuen
Geräten werden sich die Anwendungen vervielfachen. Swisscom präsentierte an einem Medienanlass reale Anwendungen rund um Virtual- und Augmented Reality und Gaming. Demonstriert wurden die Möglichkeiten der neuen Technologie - Geschwindigkeit, tiefe Latenz und hohe Kapazität. Urs Schaeppi, der CEO von Swisscom weiss, dass es Unternehmen sind, die zunächst das volle Potenzial von 5G nutzen werden - im Internet der Dinge, der Cloud oder auch für Data Analytics. Während viele Anwendungen für Privatkunden noch in den Kinderschuhen stecken, ist 5G in Unternehmen bereits in den Startlöchern und ermöglicht etwa die intelligente Steuerung von Industrieanlagen.
Sobald das Bundesamt für Kommunikation die Konzession erteilt, wird Swisscom das mit Technologiepartner Ericsson aufgebaute 5G-Netz einschalten. Die ersten 5G-Geräte laufen auf einer bewährten Frequenz im 3.5 Gigahertz-Band, die bis anhin etwa für TV-Aussenreportagen genutzt und vom Bund nun für den Mobilfunk freigegeben wurde. Diese Frequenz ist ausgelegt, um jetzt schon Geschwindigkeiten von bis zu 2 Gbit/s zu erreichen. Am Medienanlass demonstrierte Swisscom eine Spitzengeschwindigkeit von 1.86 Gbit/s.
5G wird von den meisten Anwendern geschätzt werden - die Technologie ist unheimlich leistungsfähig und bietet Möglichkeiten, die bis jetzt nicht verfügbar waren. Allerdings regt sich jetzt auch konkreter Wiederstand von Umweltschützern, vorerst in der Westschweiz:
“Das Genfer Kantonsparlament hat am Mittwochabend eine Motion für ein Moratorium von 5G-Antennen auf Kantonsgebiet überwiesen. Die Motion verlangt vor Aufhebung des Moratoriums unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse über etwaige Gesundheitsschäden. […]m Kanton Waadt will der Staatsrat ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen prüfen. Das hatte die Regierung Anfang Woche im Zusammenhang mit der Antwort auf eine entsprechende Resolution des Grossrats Raphaël Mahaim (Grüne) beschlossen. Nach einer langen Debatte hiess der Grossrat die Resolution schliesslich mit 95 Stimmen zu 9 bei 25 Enthaltungen gut. Bis Mitte 2019 soll eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bafu einen Bericht mit Empfehlungen zum Bereich Mobilfunk und Strahlung verfassen. Den Einsatz der Arbeitsgruppe hatte noch die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard im vergangenen Herbst veranlasst…“ (Tagesanzeiger)