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Sunday, February 21, 2016

Bremst der Fachkräftemangel die Digitalisierung?

IT-Verantwortliche im deutschsprachigen Raum wollen dieses Jahr weniger Geld für Innovationen ausgeben. Der Rückgang überrascht angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der CIOs den Ausbau der Digitalisierung als eines ihrer wichtigsten Ziele bezeichnen. Eine der Schwierigkeiten, mit der die Firmen zu kämpfen haben, ist der Mangel an ausgebildeten Fachkräften. Die Digitalisierung für die IT-Zukunft wird dadurch gebremst.

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Das ist eines der Ergebnisse der jährlichen IT-Trends-Studie von Capgemini, in deren Rahmen IT-Verantwortliche in der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt wurden.  Dabei stellte sich heraus, dass der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern die grösste Hürde für die Digitalisierung darstellt. Fachleute fehlen insbesondere für Internet-of-Things-Technologien, Big-Data-Analytics und mobile Technologien. Immerhin hat das IT-Know-how in den Chefetagen in mehr als der Hälfte der Unternehmen zugenommen. In der Folge ist auch die geschäftliche Relevanz der IT weiter gestiegen. Gleichzeitig haben sich in 64 Prozent der Unternehmen die geschäftlichen Anforderungen an die IT erhöht, während die technologischen Anforderungen nur bei rund einem Viertel gestiegen sind.
Dass auch die Schweiz unter einem IT-Fachkräftemangel leidet, ist eigentlich erstaunlich; gemäss einer globalen Studie verdienen IT-Spezialisten in der Schweiz die höchsten Löhne weltweit. Ausserdem geben immer wieder die Arbeitslosenzahlen in der Branche zu reden. Die NZZ suchte kürzlich eineErklärung für die Widersprüche:

“Bei den Informatikern liegt die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit etwa bei sechs Monaten, und jeder fünfte arbeitslose Informatiker ist über ein Jahr auf Stellensuche. Die Arbeitslosenquote der Informatiker lag laut Bundesstatistikern von 2010 bis 2012 im Mittel bei 2,7% und dürfte heute noch leicht darüber liegen. Diese Werte bewegen sich etwas unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt, sind aber dennoch erklärungsbedürftig. Es gebe ein Auseinanderklaffen der angebotenen und der nachgefragten Qualifikationen, sagt Andreas Kaelin, Geschäftsführer des Branchenverbands ICT Switzerland. Ähnlich äussern sich spezialisierte Personalvermittler. Es gebe nicht das einheitliche Berufsbild des Informatikers, betont Edi Brandenberger, Geschäftsführer des Personalvermittlers p3b AG mit Büros in Zürich und Bern. «Ein wichtiger Faktor ist die Kurzlebigkeit der Technologien. So gibt es zum Beispiel einen Überhang bei Spezialisten für alte Programmiersprachen und Betriebssysteme.» Zudem habe es früher viele Quereinsteiger ohne Informatik-Grundausbildung gegeben. «Heute verlangen viele Firmen einen Fachhochschulabschluss oder eine höhere Fachprüfung…“

Friday, September 26, 2014

Lieber surfen statt Bummeln

Die Medien sind voll davon und viele Anwender können gar nicht genug davon bekommen: Social Media wie Twitter und Facebook sind allgegenwärtig und führen in vielen Fällen sogar zu suchtähnlichem Verhalten. In den Umsatzbilanzen des Internethandels spiegelt sich aber dieser Hype seltsamerweise nicht wider. Eine neue und umfassende Untersuchung zeigt, dass die sozialen Netzwerke beim Einkaufen sogar eine geringere Rolle spielen, als noch vor zwei Jahren.

Fernsehen ist auch heute noch mit Abstand die liebste Freizeitbeschäftigung der
befragten Studienteilnehmer. Am meisten Wachstum hat allerdings in den letzen
20 Jahren die Computernutzung zu verzeichen.
Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Auflage der Digital Shopper Relevancy, einer globalen Studie von Capgemini, für die mehr als 18‘000 digitale Kunden in 18 Ländern befragt wurden, um einen Einblick in die sich stetig verändernden, digitalen Kaufgewohnheiten zu erhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass der Reiz der Social Media im Zusammenhang mit Internet-Shopping klar abgenommen hat - trotz steigender  Werbeeinnahmen von Facebook und Marketing-Innovationen wie dem 'Buy'-Button auf Twitter, und obwohl das Einkaufen via Smartphone in den vergangenen zwei Jahren an Bedeutung zugenommen hat. Das Internet liegt mittlerweile an der Spitze, vor allen anderen Shopping-Kanälen, sogar vor dem stationären Einzelhandel: Insgesamt 75 Prozent der Verbraucher gaben an, dass ihnen das Internet als Informationsquelle vor dem Kauf wichtig oder sogar sehr wichtig war.
Wie unabdingbar das Internet im täglichen Leben geworden ist, zeigt auch eine deutsche Studie, die das Freizeitverhalten der Konsumenten unter die Lupe genommen hat. Der "Freizeit-Monitor 2014" der Stiftung für Zukunftsfragen verdeutlicht den Wandel, der durch das Internet ausgelöst wurde: Zu den klaren Gewinnern bezüglich Freizeitaktivitäten zählen Computer und Internet (obwohl das Fernsehen auch im digitalen Zeitalter immer noch mit Abstand die beliebteste Freizeitbeschäftigung ist.
Den größten Sprung im Vergleich zu 1994 hat die Computernutzung gemacht: von neun Prozent auf 60 Prozent. Ein weitere Gewinner ist das Internet mit einem Plus von 38 Prozentpunkten (allerdings im Vergleich zum Jahr 2004). Der größte Verlierer ist das Shopping, beziehungsweise der Einkaufsbummel. 1994 gingen noch fast ein Drittel der Befragten mindestens einmal pro Woche dieser Freizeitbeschäftigung nach, in diesem Jahr sind es noch ganze zehn Prozent.

Bei dieser Art von Freizeitgestaltung muss man sich eigentlich nicht wundern, dass es echte Schwierigkeiten machen kann, schlank zu bleiben…


Thursday, April 24, 2014

Digital versierte User sind mit ihren Banken weniger zufrieden

Erstmals seit drei Jahren geht der Anteil jener Kunden, die den Kontakt mit ihrer Bank positiv bewerten,  zurück. Besonders die digital versierte junge Generation bewertet solche Kontakte eher negativ. Das ist schlecht für die betroffenen Banken. Das traditionelle Bankenland Schweiz kommt ziemlich weit hinten in der Rangliste der Länder, mit den zufriedensten Bankkunden - ganz vorne liegen erneut Kanada und die USA. Die Entwicklung stellt Privatkundenbanken vor die Herausforderung, ihre digitale Transformation voranzutreiben und ihre Social-Media- Strategien weiter zu entwickeln.

Banken: Immer mehr junge Menschen haben Mühe, mit den Geldistituten
zu kommunizieren.
Wieso sind die jungen Kunden weniger zufrieden mit ihren Banken, als noch vor kurzem? Könnte es sein, dass sie Mühe haben, auf einer ähnlichen Ebene mit ihrer Bank zu kommunizieren, wie sie es sich von anderen digitalen Plattformen, zum Beispiel Social Media, gewohnt sind?
Wir wissen es nicht.
Jedenfalls ist im vergangenen Jahr der durchschnittliche Anteil an Kunden, die positive Erfahrungen mit ihrer Bank gemacht haben, weltweit von 41,6 Prozent auf 39,5 Prozent gesunken. Dabei verzeichnet über ein Viertel der teilnehmenden Länder einen Rückgang um mehr als zehn Prozent. Ein deutlicher Unterschied zu 2013, als Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent keine Seltenheit waren. In der Schweiz verringerte sich der Anteil von 46,5 Prozent auf 42,1 Prozent. Damit nimmt sie den 13. Platz im Ranking der Länder mit den zufriedensten Bankkunden ein; 2013 war sie noch auf dem zehnten Platz. Diese Zahlen sind dem elften jährlichen World Retail Banking Report von Capgemini und der Efma entnommen, für den über 17‘000 Bankkunden aus 32 Ländern befragt wurden.
Der Rückgang positiver Kundenerlebnisse sei ein Warnsignal für die Branche, sagt Ingo Weinem von Capgemini in der Schweiz. “Die Wünsche und Erwartungen der Generation Y bestimmen die aktuelle und zukünftige Nachfrage im Bankgeschäft. Um diese Kunden zu erreichen, müssen Banken digitaler, agiler und innovativer denken als bisher und ihre eigene digitale Transformation deutlich vorantreiben. Attraktive Digital-Banking- Angebote, die kanalübergreifende und personalisierte Interaktion in Echtzeit ermöglichen, schaffen die positiven Kundenerlebnisse der Zukunft."
Die technikaffine Generation Y, also die Geburtenjahrgänge von 1980 bis 2000, stellt in vielen Märkten ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung, so dass ihre Präferenzen und Verhaltensweisen deutlich ins Gewicht fallen. Dass die Nutzung neuer und anspruchsvoller Technologien in dieser Altersgruppe weit verbreitet ist, spiegelt sich auch in ihrer Erwartungshaltung gegenüber der Serviceleistung ihrer Bank wider - insbesondere was digitale Plattformen betrifft: diese ist deutlich höher als die der Durchschnittsbevölkerung. Deshalb ist es schlecht für die Banken, dass diese Generation einen deutlichen Anteil am aktuellen Rückgang der Kundenzufriedenheit hat. Bei den 18- bis 34-Jährige liegt der Anteil derer, die ihre Bank positiv bewerten, im weltweiten Schnitt zwischen sieben und zehn Prozent unter dem der restlichen Altersgruppen.
Natürlich sind positive Kundenerfahrungen auch in der Bankbranche enorm wichtig für den Geschäftserfolg. Kunden, die gute Erfahrung mit ihrer Bank gemacht haben, bleiben ihrem Geldinstitut dreimal häufiger treu, als diejenigen mit negativen Erlebnissen. Wer seine Bank in positiver Erinnerung hat, wird diese ausserdem mit einer drei- bis fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit weiterempfehlen oder zusätzliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Thursday, March 24, 2011

Die Halbwertszeit von IT-Applikationen

In vielen Unternehmen ist die IT-Infrastruktur nicht mehr up-to-date. Laut eigenen Aussagen von IT-Leitern in verschiedensten Branchen, müsste das Applikationsportfolio bei 85 Prozent aller Firmen rationalisiert werden. Bei 50 Prozent aller Unternehmen ist gar die Hälfte aller Anwendungen redundant.

Die Aktualität der IT-Applikationen wurde in einer Untersuchung von Capgemini und HP unter die Lupe genommen. Dafür wurden ausführliche Interviews mit IT-Leitern durchgeführt.  Beinahe 60 Prozent dieser Verantwortlichen erklärten, dass sie aktuell "mehr" oder "viel mehr" Applikationen unterstützen als sie für ihr Geschäft benötigen. Im Durchschnitt sei jede fünfte IT-Applikation redundant - die Hälfte der Befragten gibt sogar an, dass dies auf bis zu 50 Prozent ihrer Applikationen zutrifft. Nach Jahren des Sparens steigt damit also der Innovationsdruck bei den Unternehmen und deren IT-Abteilungen wieder an.
Über 55 Prozent der befragten grossen Unternehmen bestätigen, das mindestens die Hälfte ihrer Applikationen massgeschneidert sind und damit die technische Komplexität der benötigten Plattformen und Technologien erhöhen. Gleichzeitig geben nur 13 Prozent an, dass die unterschiedlichen Teams für Applikationsentwicklung und -pflege aufeinander abgestimmt sind.
Die enorme Anzahl an unterstützten Applikationen - bis zu 10.000 in grossen globalen Unternehmen - in Verbindung mit einem geschätzten Datenzuwachs von durchschnittlich fünf Prozent pro Monat bedeutet, dass das Applikationsmanagement zu einer ernsthaften Herausforderung wird. Getrieben durch die zunehmende Verlagerung von Applikationen in die Wolke (Cloud Computing), wird sich darüber hinaus der Bedarf nach einer systematischen Stilllegung von Applikationen beschleunigen. Folgende Hürden seien dabei zu überwinden:
  • Die Kosten von Abschaltprojekten,
  • kulturelle Widerstände gegen die Veränderung,
  • der Mangel an qualifizierten Entwicklern für die Migration der Daten von den Alt-Applikationen,
  • das mangelnde Bewusstsein für die hohe Bedeutung der Applikationen.
Der vollständige Application Landscape Report 2011 mit den Untersuchungsergebnissen steht hier als PDF zum Download bereit: http://www.presseportal.de/go2/application-landscape-report